USA: Rückzug aus Afghanistan bis 2016

Die USA werden ihre Truppenstärke in Afghanistan bis zum Jahresende kräftig reduzieren. Das hat US-Präsident Barack Obama in Washington angekündigt. Er bekräftigte zudem, dass die USA sich bis Ende 2016 fast vollständig aus Afghanistan zurückziehen wollen. Derzeit sind noch etwa 32.000 US-Soldaten in Afghanistan stationiert.

Morgenjournal, 28.5.2014

Aus den USA

Sicherheitsabkommen mit Afghanistan in Sicht

"Dieses Jahr wird Amerikas längster Krieg zu einem verantwortungsvollen Ende geführt", sagt US-Präsident Obama im Rosengarten des Weißen Hauses. Ab nächstem Jahr würden die Afghanen selbst für die Sicherheit verantwortlich sein.

Bis jetzt hat man es im Weißen Haus vermieden, genaue Zahlen zum Truppenabzug bekannt zu geben. Auch, weil es bislang kein Sicherheitsabkommen mit den afghanischen Behörden gibt. Dass Präsident Obama nun mit Zahlen an die Öffentlichkeit geht, ist durchaus ein Hinweis darauf, dass dieses Abkommen vom neuen, noch zu wählenden, afghanischen Staatschef unterzeichnet werden wird.

Truppenabzug beginnt noch heuer

Das Abkommen ist in Afghanistan umstritten, weil es unter anderem vorsieht, dass sich US-Soldaten bei Vergehen nur in USA vor Gericht verantworten müssen. "Ich glaube, die Amerikaner haben gelernt, dass es schwieriger ist, Kriege zu beenden als sie anzufangen", betont der US-Präsident. Man wisse auch, dass Afghanistan noch lange kein perfekter Ort sein werde. "Aber ist auch nicht Amerikas Aufgabe, es dazu zu machen", so Obama weiter.

Bis jetzt sind etwa noch 32.000 US-Soldaten im Land bis Ende des Jahres sollen es 9.800 sein. Diese Truppenstärke ist die Minimalforderung der US-Generäle, wenn man noch halbwegs einsatzfähig sein wolle. Ende 2015 sollen dann noch etwa 5.000 Soldaten am Hindukusch stationiert sein und bis Ende 2016 wollen die USA nur mehr Sicherheitspersonal für US-Einrichtungen in Afghanistan stationiert haben.

Übersicht

  • Naher Osten