Mit den Augen in der Hand

"Kontext" ist eine Sachbuchsendung. Doch das von Erna Pfeiffer herausgegebene Buch "Mit den Augen in der Hand - Argentinische Jüdinnen und Juden erzählen" sprengt diesen Rahmen. Darin werden 17 Autorinnen und Autoren anhand von Kurztexten vorgestellt.

"Ein faszinierender Einblick in die überaus lebendige argentinisch-jüdische Erzähltradition."

Das Buch ist kein normaler Erzählband, die Herausgeberin und Übersetzerin der Texte, Erna Pfeiffer, geht einen Schritt weiter: Sie porträtiert die Autorinnen und Autoren und stellt jedem Text ein Interview voran. So entsteht ein spannendes Panorama der jüdisch-argentinischen Literatur der letzten einhundert Jahre.

Die Auswahl ist gelungen und gibt einen faszinierenden Einblick in die überaus lebendige argentinisch-jüdische Erzähltradition. Im abschließenden Essay von Elisabeth Baldauf, ihres Zeichens Romanistik-Dissertantin, zum Thema Zugehörigkeit im Kontext von Exil, Migration und Diaspora werden alle Aspekte nochmals aufgegriffen und literaturtheoretisch abgehandelt.

Ein Land und seine Menschen lernt man am besten durch seine Literatur kennen. Wer dieses Buch zur Hand nimmt, wird eine bisher kaum bekannte und spannende Seite Argentiniens entdecken. Bleibt zu hoffen, dass all die Romane, denen die Texte-Fragmente entnommen wurden, bald auch in deutscher Übersetzung vorliegen.

Service

Erna Pfeiffer (Hg.), "Mit den Augen in der Hand - Argentinische Jüdinnen und Juden erzählen", Mandelbaum Verlag).

Die Buchpräsentation findet am Montag, den 19. Jänner im Theater Nestroyhof statt. Beginn ist um 20:00 Uhr.