Das smaragdene Licht in der Luft

Acht Jahre nach seiner letzten Publikation wagt sich der in New York lebende Autor Donald Antrim wieder an die Öffentlichkeit und verarbeitet in sieben Kurzgeschichten seine persönlichen Erfahrungen mit Psychose und Neurose.

Lisa Schneider

Donald Antrim ist so etwas wie ein später Vertreter der amerikanischen Postmoderne im Anschluss an Thomas Pynchon oder William Gaddis. In den neunziger Jahren schrieb Antrim drei Romane, die sehr erfolgreich waren, zwei davon wurden - eher glücklos - ins Deutsche übersetzt. Das lag unter anderem daran, dass in diesen Büchern um die Karikatur sozialer Schichtungen im US-amerikanischen Kontext geht, es geht um einen speziellen Habitus, um sprachliche Schattierungen. So etwas ist immer schwer, in eine andere Sprache oder Kultur zu transferieren. Anfang der 2000er Jahre begann für Antrim eine schwierige Zeit, und vieles von dem, was er da erlebt und erlitten hat, ist in die Kurzgeschichten eingegangen, die er im Band "Das smaragdene Licht in der Luft" versammelt hat.

In jeder dieser Erzählungen trifft man auf einen männlichen Protagonisten, der zwischen Selbstüberschätzung und Selbstzweifeln hin- und hergerissen wird. Und sich- je nachdem - für im Kampf gegen die Krise für Scotch, Dope, Lithium, Valium, Betablocker oder doch lieber Elektroschocks entscheidet. Ob Stephen oder Christopher, Billy oder Jim - viele Unterschiede gibt es zwischen den Charakteren nicht.

Antrim schafft es, oft in grotesk-surrealer Manier, einmal aus der Sicht des Erkrankten, dann wieder aus jener des Beobachters des Leidenden zu erzählen. Seine Storys sind authentische Zeugnisse einer schweren Krise.

Service

Donald Antrim, "Das smaragdene Licht in der Luft", Erzählungen, aus dem amerikanischen Englisch von Nikolaus Stingl, Rowohlt Verlag

Originaltitel: "The Emerald Light in the Air", Farrar Straus Giroux

The New Yorker - Donald Antrim