Panikherz

Vom Abheben und Abstürzen, von Erfolgen und Exzessen einer steilen Karriere und einer fast letalen Sucht erzählt Benjamin von Stuckrad-Barre in "Panikherz", einem furiosen autobiografischen Bericht.

Der Autor selbst trägt die Textzitate vor.

Service

Benjamin von Stuckrad-Barre, "Panikherz", Kiepenheuer & Witsch Verlag

Das Hörbuch, gelesen von Benjamin von Stuckrad-Barre, ist bei tacheles!/Roof Music erschienen.

Der jüngste Spross eines Pastors und einer Chorleiterin verbringt seine Jugend in der tiefsten norddeutschen Provinz. Für einen Zwölfjährigen, der auch der Schule nicht viel abgewinnen kann, keine leichte Zeit. Bis der älteste Bruder aus Hamburg eine Platte von Udo Lindenberg mitbringt. "Wenn mir alles zu viel wurde, setzte ich Kopfhörer auf und suchte Rat und Trost bei Udo. Rasch war Udo für mich in den Rang eines Aufklärers gerückt, ein Weltenentdecker, mein Humboldt", erinnert sich der Autor.

Sein Roman "Panikherz" hat zwei Erzählstränge: Der eine liefert die Chronik eines rastlosen Lebens von 1987 bis zur Rettung zurück ins Leben zwanzig Jahre später. Der andere spielt in der Gegenwart des Jahres 2015 in Hollywood. Stuckrad-Barre hat sich im Chateau Marmont einquartiert, dem legendären Luxus-Hotel, trifft Stars und alte Bekannte und erinnert sich an früher. Aus Gegenwarts- und Vergangenheitsmomenten entsteht das Mosaik eines rasanten Lebens, für dessen Tonspur Udo Lindenberg sorgt, der für Stuckrad-Barre zu jeder Lebenslage die passende Liedzeile liefert.

Hart, präzise und uneitel beschreibt Benjamin von Stuckrad-Barre die "Selbstzerstörungs-schussfahrt", die sein Leben war, seine Alkohol- und Drogensucht, das Herumstreunen im Rotlichtmilieu, die Vermüllung von Wohnungen und Hotelzimmern, die diversen Entzüge und schließlich: den Neustart mit 31 Jahren nach längerem Klinikaufenthalt. Und kontrastiert diese düsteren Jahre, in denen er dem Rausch und der Faszination der Gefahr mit der Glamourwelt von Hollywood, seinem Leben im Chateau Marmont.