Schönbrunner Gelb

Der Zitrusspezialist Heimo Karner und seine weltberühmte Sammlung von Pomeranzen, Limetten, Mandarinen und Orangen.

Heimo Karner

Heimo Karner

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Seit fast 370 Jahren werden in Schönbrunn Zitruspflanzen kultiviert, aber nur einmal im Jahr kommt der ganze Reichtum der Sammlung zur Geltung: an vier Tagen - noch bis inklusive Pfingstmontag - kann man in der Großen Orangerie den Duft der Zitrusblüten riechen, Pflanzen kaufen und prachtvolle Exoten wie Buddhas Hand, panaschierte Orangen oder die Landsknechthose bestaunen.

Die Landsknechthose Heimo Karners Lieblingssorte

Die Landsknechthose, Heimo Karners Lieblingssorte

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Zwischentitel: Zitrusraritäten aus Wien

Nur bei den Wiener Zitrustagen, veranstaltet von der Österreichischen Gartenbaugesellschaft und den Bundesgärten, kehren die Kübelpflanzen in die Orangerie zurück, die sonst für Veranstaltungen vermietet wird.

Im so genannten Feldgarten, in einem Glashaus, verbringen die Bäume den Winter. Für die Ausstellung karrt Heimo Karner sie mit dem Traktor durch den Park in die Orangerie und danach in den Kronprinzengarten – zur Verwunderung sämtlicher Spaziergänger und Touristen. Bäume voller Zitronen, Orangen und Mandarinen vermutet man in Wien nun wirklich nicht.

  • Zitrusbäume und Anhänger

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  • Zitrusbäumchen verpackt

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  • Zitrusbäumchen

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  • Zitrusblüte

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  • Diverse Zitrussorten

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  • Citrus Limonimedica

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  • Zitrusfrucht

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Zitronenkaviar, Kaffirlimetten, Bergamotten

Vor bald 20 Jahren hat Heimo Karner den Altbestand übernommen: etwa 50 Bäume, manche fast 200 Jahre alt. Im Tausch mit anderen Gärtnern und Zitrusspezialisten und mit viel Geschick und Talent hat Heimo Karner die Sammlung auf gut 500 Pflanzen erweitert. Um seine Ernte reißen sich Gourmets und Spitzengastronomen aus aller Welt.

Schmierseife sprühen

Die Pflege, Vermehrung und Veredelung von Zitruspflanzen ist selbst für versierte Gärtnerinnen und Gärtner eine große Herausforderung – besonders der Winter ist eine kritische Zeit, später Frost, Zugluft oder Temperaturunterschiede im Glashaus, aber auch zahlreiche Krankheiten und Schädlinge gefährden die empfindlichen Exoten.

Wer ihre Früchte genießen will – vor allem in der Schale sitzen die herrlichen Öle und Aromen – greift daher wie Heimo Karner zu biologischem Pflanzenschutz, Schmierseife zum Beispiel. Möglichkeiten der biologischen Schädlingsbekämpfung stehen heuer im Mittelpunkt von Vorträgen im Rahmen der Wiener Zitrustage.

Die rote Spinne kann einschlagen wie eine Bombe

Heuer hat Heimo Karner bereits einen großen Kampf gekämpft: Blattläuse haben sich auf seinen Schützlingen ausgebreitet – aber die bringen die Pflanzen nicht um, sagt er, und es gibt keinen Grund sich vor ihnen zu fürchten. Mit Schmierseifenlauge, die akkurat auf jedes Blatt, Ober- und Unterseite, aufgesprüht wird, sind sie gut in den Griff zu bekommen, wie er in der Momentaufnahme im Detail erzählt.

Überhaupt, meint er, muss man lernen, mit den Schädlingen zu leben – sie sind auch Teil einer Nahrungskette. Gegen Ameisen, die Blattläuse auf die Bäume tragen könnten, um sie dort gleichsam wie Kühe zu weiden und zu melken, hat er Leimringe um die Stämme gelegt.

Sehr gefürchtet ist dagegen die rote Spinne, die sich innerhalb von wenigen Tagen im Glashaus derart vermehren kann, dass sie alle Pflanzen befällt. Was Heimo Karner besonders fürchtet, ist Bakterium Xylella, das aus den USA nach Europa eingeschleppt wurde und eine unheilbare Pflanzenkrankheit auslöst. In Süditalien fallen ihr tausendjährige Olivenbäume zum Opfer.

Service

16. Wiener Zitrustage
Freitag, 13. Mai bis inklusive Montag, 16. Mai
Öffnungszeiten: 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr
Ort: Große Orangerie Schlosspark Schönbrunn, Eingang Meidlinger Tor, Kassa ausschließlich beim Kronprinzengarten
Zitrusraritäten & Geschichte/Kultur/Kulinarik
Ausstellung, Verkauf, Fachberatung, Führungen, Vorträge
Eine Veranstaltung der Österreichischen Gartenbau Gesellschaft und der Österreichischen Bundesgärten