Sylvie Rohrer

ORF/MIRELA JASIC

Medea

Vor mehr als 2.400 Jahren geschrieben, zählt Euripides Fassung der Medea-Sage zu den wichtigen Texten der abendländischen Kultur.

Die Sage von der zauberkundigen Königstochter aus Kolchis an der Ostküste des Schwarzen Meeres (dem heutigen Georgien), die aus Liebe zum Griechen Jason, dem Anführer der Argonauten, zur Verräterin an der Heimat und ihrer Familie wird, mit ihm nach Griechenland flieht, aber dort, so sehr sie sich bemüht, eine Fremde bleibt, und, als ihr Ehemann sie verlässt, zur Mörderin wird, gehört seit der Antike zu den bekanntesten Stoffen der Weltliteratur, aber auch der bildenden Kunst und der Musik.

Wenn der Stoff heutzutage auf die Bühne gebracht wird, dann meist mit zusätzlichen Deutungen, zum Beispiel am Wiener Volkstheater in Anna Badoras Inszenierung der Grillparzerschen "Medea" mit Stefanie Reinsperger in der Titelrolle. In dieser Ö1 Hörspiel-Produktion können Sie Medea nach Euripides hören, also die Geschichte, die auch die Grundlage für Grillparzers Medea bildete.

Für Ö1 hat Helmut Peschina den Text bearbeitet: "Mein Anliegen war es, die Hörspielfassung dieses antiken, immerwährend gültigen Stoffes sprachlich und sprechrhythmisch in eine zeitgenössische Form zu bringen, ohne das Archaische der euripideischen Tragödie zu verlieren".

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