Nelson Mandela als Statue

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Durch das Land der guten Hoffnung

Eine Reise durch Südafrika auf den Spuren des Kämpfers gegen die Apartheid

Nelson Mandela wäre am 18. Juli 2018 hundert Jahre alt geworden. Matthias Haydn folgt den Spuren des legendären Freiheitskämpfers und Friedensnobelpreisträgers durch Südafrika, von dem Ort seiner Geburt, nach Johannesburg und nach Kapstadt, wo Mandela viele Jahre lang inhaftiert war. Auf Robben Island etwa war Nelson Mandela bis ins Jahr 1982 eingesperrt. Das Gefängnis auf der Insel vor Kapstadt ist heute ein Museum. Wenn es das Wetter zulässt erreicht man die Insel nach einer 45-minütigen Fahrt mit der Fähre. Besichtigen kann man dort den Steinbruch, in dem Nelson Mandela arbeiten musste, das Hochsicherheits-Gefängnis und die winzige Zelle, in der der spätere Präsident Südafrikas 17 Jahre lang leben musste.

  • Sparks Mlilwana, ein ehemaliger politischer Gefangener, führt heute durch das Museum im ehemaligen Gefängnis auf Robben Island.

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  • Hochsicherheitstrakt Robben Island

    Ein Wachturm im Hochsicherheitstrakt des Gefängnisses auf Robben Island.

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  • Gefängniszelle Nelson Mandelas

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  • Hochsicherheitstrakt Roben Island

    Hochsicherheitstrakt Gefängnis Robben Island

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Geboren wurde Nelson Mandela in der kleinen Landgemeinde Mvezo in der Transkei, etwa 800 km südlich von Johannesburg. Die Transkei war während der Apartheidzeit eines von zehn sogenannter „Homelands“. 1994 – mit dem Ende der Apartheid - wurde sie wieder Teil der Republik Südafrika und in die südafrikanische Provinz „Ostkap“ eingegliedert. In Qunu, Mthatha und Mvezo erinnern Außenstellen des „Nelson Mandela Museums“ an das Leben des ersten „schwarzen“ Präsidenten Südafrikas. Spuren von und Gedenkorte für Nelson Mandela findet man im ganzen Land. Zu erwähnen ist etwa das monumentale neun Meter hohe Bronzedenkmal vor dem Regierungssitz in Pretoria, der Skulpturenpark in Port Elizabeth mit der berühmten Plastik „Voting Line“, die an die ersten - für alle Bewohner des Landes - freien Wahlen am 27. April 1994 erinnert, aus der Nelson Mandela und der ANC als Sieger hervorgingen.

Das Nelson Mandela Haus in Soweto

Das Nelson Mandela Haus in Soweto

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1941 zog Nelson Mandela nach „Alexandra“, einem Township nahe Johannesburg. In Johannesburg – das er stets als seine Heimatstadt bezeichnete - arbeitete Mandela als Wachmann in einem Goldbergwerk. Er lernte in der südafrikanischen Wirtschafts-Metropole Walter Sisulu kennen, den Generalsekretär des „Afrikanischen Nationalkongresses“ ANC und Joel Carlson, seinen späteren Anwalt.

Die Metropolregion Johannesburg hat heute mehr als 4,4 Millionen Einwohner. Im Südwesten der Stadt – etwa 30 Kilometer vom Zentrum Johannesburgs entfernt - befindet sich „Soweto“ – ein Akronym für „South Western Townships“. Die entstanden 1963 durch einen Zusammenschluss mehrerer Armen-Siedlungen - 2002 wurden sie eingemeindet. Heute leben in Soweto offiziell 1,3 Millionen Menschen, inoffizielle Schätzungen gehen von bis zu 3,5 Millionen aus. Trotzdem ist Soweto heute nicht mehr der riesige schmutzige und vor allem gefährliche Slum, den sich viele Besucher erwarten. Der Bezirk Orlando West zum Beispiel ist heute ein sauberes Viertel mit vielen Souvenirshops, Restaurants und Bars. Soweto war lange Zeit ein Brennpunkt sozialer Konflikte. Seit einem Schüler-Aufstand 1976 gilt es als Symbol des Widerstandes gegen das Apartheid-Regime. Ein Denkmal an der Ecke Pela Street – und Kumalo-Main-Road erinnert an das dramatische Ereignis. Es wurde 2002, drei Jahre nach dem Ende seiner Präsidentschaft, von Nelson Mandela persönlich eingeweiht.

Nelson Mandelas Wohnung in den 1940 er Jahren

Eine Nachbildung von Nelson Mandelas Wohnung in den 1940er Jahren

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Madiba, so Mandelas traditioneller Clan-Name, kämpfte zunächst im Untergrund. Er versteckte sich auf der Farm Liliesleaf in Rivonia nahe Johannesburg, lebte im berühmt-berüchtigten Township Soweto, wurde festgenommen und verbrachte danach 27 Jahre im Gefängnis - die meisten davon auf der Gefängnisinsel "Robben Island" vor Kapstadt.

In Kapstadt verbrachte Nelson Mandela, wenn auch unfreiwillig, viele Jahre seines Lebens - in verschiedenen Gefängnissen. In der wunderschönen Metropole am Fuße des Tafelberges gibt es einen Nelson Mandela Boulevard und mehrere Skulpturen. Im riesigen botanischen Garten der Stadt – Kirstenbosch -, für den Mandela schwärmte, wurde 1996 sogar eine Pflanze nach ihm benannt. Eine von fünf Sorten der „gelben Strelitzie“ heißt seitdem „Mandelas Gold“.

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