Freda Meissner-Blau

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Freda Meissner-Blau

Sie kandidierte neben Kurt Waldheim für das Amt des Bundespräsidenten. Freda Meissner-Blau war Mitbegründerin der Grünen und zog mit ihnen ins Parlament ein. Sie gilt als Galionsfigur der Ökologiebewegung in Österreich.


Freda Meissner-Blau wurde 1927 in Dresden geboren und starb 2015 in Wien. Sie besuchte die Volksschule in Linz und übersiedlete 1938 mit der Familie nach Wien.

“1984 wurde ich von FreundInnen geradezu ‘gepresst’, bei der nächsten Bundespräsidentenwahl anzutreten. Ich hatte damals schon weiße Haare, und man sagte mir, es müsse eine Frau sein und sie sollte möglichst weißhaarig sein, denn das lieben die ÖsterreicherInnen, das ist dann so eine Art ‘Mama’. Das hasse ich.”

Kurz vor ihrem 18. Geburtstag floh Freda Meissner-Blau vor dem Krieg nach Dresden, dort erlebte sie die Bombardierung durch die Alliierten. Sie machte eine Ausbildung zur Krankenschwester in England, in Frankfurt absolvierte Meissner-Blau ein Medizinstudium in Wien studierte sie Soziologie und Psychologie. Sie war als Übersetzerin bei der UNESCO tätig und wurde dadurch für die Risiken von Atomkraftwerken sensibilisiert. 1978 war Meissner-Blau eine der führenden Aktivistinnen gegen das Atomkraftwerk Zwentendorf, 1984 war sie im Personenkomitee gegen das Donaukraftwerk Hainburg. 1986 kandidierte sie neben Kurt Waldheim für das Amt des Bundespräsidenten.
Im selben Jahr war sie Mitgründerin der Grünen zog, mit der Partei ins Parlament ein und war deren erste Klubobfrau.
1988 zog sich Freda Meissner-Blau aus der aktiven Politik zurück.

“Schon in Zwentendorf, aber noch viel früher schon in Hainburg, ist mir klar geworden, wie schwierig und fragwürdig politische Organisation ist. Ich bin eine überzeugte Republikanerin, natürlich Demokratin, aber sowohl Zwentendorf wie auch Hainburg hat mir gezeigt, wie fragil das in Wirklichkeit ist, dass Politiker Entscheidungen fällen, die nicht nur die jetzige Generation betreffen, sondern Generationen auf Jahrhunderte vielleicht mit dem, was wir heute anstellen. Schon um vorzubauen gegen sehr viel Missbilligung und Unzufriedenheit würde ich mir dringend wünschen, dass in allen EU-Ländern abgestimmt wird. Unter der Bedingung, dass man den Menschen aber auch die heiklen Angelegenheiten mitteilt. Es muss mit offenen Karten gespielt werden.”

Gestalterinnen: Sophie Menasse und Birgit Allesch

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