Fritz Ostermeyer und Andreas Jungwirth auf der Bühne der Ö1 Hörspielgala

Fritz Ostermeyer (schule für dichtung) (c) ORF/JOSEPH SCHIMMER

Kurzhörspielwettbewerb Track 5'

141 Hörspiele wurden für den 15. Kurzhörspielwettbewerb "Track 5'" von Ö1 und der schule für dichtung eingereicht. Ein neuer Rekord! 131 Beiträge entsprachen den geforderten Kriterien.

In Teams oder ganz allein haben Autorinnen und Autoren ihre Ideen hörbar gemacht, aus Österreich, Deutschland, Tschechien und Schweden. Höchstens fünf Minuten lang sollte das Stück sein, ein selbstaufgenommenes Geräusch und den Satz "Da ist jemand" musste es beinhalten. Mord und Totschlag, Außerirdische, der digitale Mensch, wir als Gesellschaft waren ein paar der Themen der eingereichten Stücke.

Da ist jemand.

Wir bedanken uns bei allen, die mitgemacht haben! Wir freuen uns über so viel akustische Kreativität. Die jüngsten Einreichenden waren zehn Jahre alt, die Ältesten über siebzig.

Die besten zehn Hörspiele wurden von den sechs Jurymitgliedern am 25. Jänner ausgewählt. Am 11. Februar wurden die von der Jury ausgewählten Top 10 in der Alten Schmiede in Wien vorgestellt. Die Siegerprojekte werden am 2. März 2019 um 14:00 Uhr im "Ö1 Hörspiel" ausgestrahlt.

Platz 1

"Maxl, da ist jemand“
von Philipp Scheibl-Brandner und Oskar Ludwig!

Jury-Begründung
"Höchst beeindruckend, was sich in einem Fünf-Minuten-Hörspiel alles unterbringen lässt: ein Home-Invasion-Thriller, eine Verwechslungskomödie, ein existentialistisches Drama, absurdes Theater und am Ende gar noch postmoderne Dekonstruktion. Zwei Flüsterstimmen improvisieren grandios drauflos, ohne Drehbuch, dafür mit dem Schalk im Nacken. Würden Helge Schneider und Samuel Beckett gemeinsam ein Kindlein zeugen, taterten sie es Maxl nennen."

Mann mit einer Schachtel

Philipp Scheibl-Brandner mit seiner (bereits reisefertig gemachten) Adrienne für das beste Kurzhörspiel

ORF/JOSEPH SCHIMMER

2. Platz - "Ni Reki Tsuka Roeh"

von Bernhard Krisper

Wenn Sie sich fragen, was der Titel wohl heißen mag? - Ein Tipp: Versuchen Sie es von hinten zu lesen.

Jury-Begründung
"In Bernhard Krispers Stück wird bewiesen, dass auch gediegener Sarkasmus sich aus der Versenkung des Geschriebenen gut und gerne in eine luftige akustische Form bringen lässt, wo es aus iClouds regnet und bodenständige Monologe zu himmelschreienden Dialogen werden. Die große Stärke dieses kleinen Hörspiels ist es, dass es sich selbst nicht allzu ernst nimmt, während es sich gleichzeitig ganz ernst in der Kritik der reinen Unvernunft übt."

3. Platz - "OBONGO GOMONGO OBANGA - hoch lebe die Vielfalt!

von der O-B-O-N-G-O Combo am Rainer-Gymnasium in Wien 5, unter der Leitung von Mag. Christoph Hudl.

"Aus einer Stimme werden viele, wird ein Chor, der sagt: Da ist jemand. Es entwickelt sich eine pulsierende, soundreiche Polyphonie. In 21 Sprachen - gesammelt an einer einzigen Schule in Wien. Wieviel müssen wir verstehen, um einander zu verstehen? An der Vielfalt der Sprachen scheitert es nicht - das erzählt dieses Stück furios."

Sonderpreis der Schule für Dichtung

"Feminismus im Dunkeln"
vom Performance-Kollektiv Fräulein On The Dark Side Of Bass!

Frau mit Leopardenanzug

Magdalena Hahnkamper im Gespräch mit Moderator Andreas Jungwirth

ORF/JOSEPH SCHIMMER

Jurybegründung

Alleine dafür, dass das Stück die enervierende Vorgabe, den Satz "Da ist jemand" unterzubringen, ausgestellt und den Satz dabei witzig gegendert hat („Da ist jefraut!“), verdient es einen Preis. Nach dem Mondcrash in der Zukunft findet sich eine Feministin in dystopischer Einsamkeit wieder und sendet ihre melancholischen Lyrismen, die Gleichberechtigung betreffend, in den Raum. Es scheint alles schon wieder vorbei zu sein, dort zwischen den Kratern, und so nimmt frau sich selbst zur Braut. Aber auch gut so: Denn hinter dem Mond lässt es sich befreiter aufseufzen als auf der Erde. Dass am Ende die "Emma" verboten wurde, zurück in Wien, nehmen wir als Aufruf, zusammen mit der Künstlerin umso störrischer an ihr festzuhalten. Witzig und sprachlich hervorragend.

Der Preis für den ersten Platz beträgt 1.000 Euro. Für den zweiten und dritten Platz gibt es jeweils 500 Euro. Zusätzlich gibt es noch den Preis der schule für dichtung in der Höhe von 1.000 Euro. (Die Preise inkludieren die Abgeltung der Senderechte für eine einmalige Ausstrahlung auf Ö1.

"Rosa und Luisa" von Gabriele Ebmer

"Endzeit-Theater" von Lorenz Maierhofer

"da ist jemand" von Michael Crombach

"Austroquiz" von Eugen Maler

"da ist jemand …" von Kalle Aldis Laar

"NIEMAND" von Gandler&Berg

"traumwetter heute. saluti aus venezia!" von Judith Nika Pfeifer