Labrinth

ORF/JOSEPH SCHIMMER

Die wahren Bilder sind im Kopf

"Ein Bild sagt mehr als tausend Worte". Dieser Satz stimmt nur bedingt. Denn verschiedene Personen würden für dasselbe Bild verschiedene Worte finden,- von der Anzahl der Worte jetzt einmal ganz abgesehen.

"Die wahren Bilder sind im Kopf", das träfe den Ö1 Programmschwerpunkt "Kunstgeschichten" schon besser, frei nach einer der bekanntesten Liedzeilen des österreichischen Chansonniers André Heller "Die wahren Abenteuer sind im Kopf". Nachdem die Reihe Neue Texte im Ö1 Programm nun schon seit einer Weile innerhalb des neu benannten "Ö1 Kunstsonntags" stattfindet, war die Zeit reif für eine literarische Kunstperspektive.

Erstveröffentlichungen

Bis Ende des Jahres wird sich unsere Erstveröffentlichungsreihe dem Kunstblick von Autorinnen und Autoren widmen: Gemälde, Skulpturen, Grafiken oder Videokunst dienen als Ausgangspunkt für literarische Reflexionen. Die speziell für diesen Schwerpunkt geschriebenen Texte sind nur in den seltensten Fällen reine Bildbeschreibungen. Das einzelne Kunstwerk kann berühmt sein oder auch völlig unbekannt, es kann im Text näher vorgestellt werden, es kann aber auch nur als Anlass für einen literarischen Erkenntnisweg dienen.

Andreas Jungwirth wählte als Kunstobjekt eine Landschaftsinstallation im Weinviertel, Hanno Millesi betrachtet architektonische Kunst in Wien, Gabriele Petricek einen steinernen Zen-Garten im Burgenland, und Bernhard Kathan eine künstlerisch gestaltete Uhr in einer Innsbrucker Kirche. Daniel Wisser schreibt über Leonardo da Vincis "Mona Lisa", Andreas Schindl über ein Frauenporträt, das in seinem eigenen Wohnzimmer hängt, und Monika Helfer über ein Gemälde Ihres Sohnes Lorenz Helfer.

Edith-Ulla Gasser, Ö1 Literaturredaktion