Mondlampe

ORF/URSULA HUMMEL-BERGER

Auf zum Mond! - Eine Kulturreise ins All

Am 21. Juli 1969 betrat der amerikanische Astronaut Neil Armstrong als erster Mensch den Mond. Die Mondlandung war die wohl aufwendigste wissenschaftlich-technische Aktion des vergangenen Jahrhunderts und eines der ehrgeizigsten Unternehmen der Menschheit. Sie war aber auch ein weltweites Fernseh-Großereignis.

Die ikonischen Bilder erzeugten jedoch auch die zwielichtigste Mondfantasie des 20. Jahrhunderts: Polemische Verschwörungstheorien, denen zufolge die Mondlandung bloß simuliert und in einem Hollywoodstudio inszeniert worden sei.

Vielleicht, so wurde auch schon einmal vermutet, sind die in zahlreichen Websites und Blog bis heute geteilten Spekulationen einer unbeirrbaren Community von "Mondlandungsleugnern" auch die Folge einer tiefen wissenschaftlichen Ernüchterung?

Ein neues technisch-mediales Zeitalter

Unser nächstliegender Himmelskörper verlor am 21. Juli 1969 etwas von seiner unberührbaren Leuchtkraft als Zeichen und Projektionsfläche kosmischer Fantasien. Die Technik hatte eine lang gehegte menschliche Utopie spektakulär realisiert, der "Mondfantasie" aber damit einen kräftigen Dämpfer verpasst. Zu gern hatte die Menschheit dem unberührten weißen Blatt der Mondscheibe ihre Sehnsüchte, ihre Ideen und Gestalten eingeschrieben.

Ein neues technisch-mediales Zeitalter hatte begonnen, das nüchtern zeigte, wie es dort oben "wirklich" war. Und wie verletzlich der "blaue Planet" vom Weltall aus betrachtet wirkte. Es wurde aber eben auch eine Startrampe für fantastische Verschwörungstheorien und kontrafaktische Meinungen errichtet, die in Filterblasen bis heute geteilt werden.

Der Mond als Gegenstand von Fantasien und Utopien

Fakt ist: Auch wenn Snoopy in Charles M. Schulzʼ Peanuts und andere Gestalten schon vor der NASA da waren: Die erste menschliche Mondlandung vor 50 Jahren hat wirklich stattgefunden. Ö1 erinnert aus diesem Anlass in einem großen Mond-Schwerpunkt ̶ und der ersten "Ö1 Vollmondnacht" ̶ nicht nur an den Wettlauf zu unserem Trabanten und die wissenschaftlich-technischen Dimensionen dieses Mammutunternehmens.

Die Kulturreise ins All wird den Mond noch einmal in überraschender Form zeigen. Als Gegenstand der Fantasien und Utopien. Als Ausgangspunkt für Poesie und Literatur. Als Herausforderung für Malerinnen, Dichter und Musikerinnen. Als planetarischen Gegenstand und menschliches Zeichen. Und als Himmelskörper, auf dem sich Wissenschaft und Kunst begegnen, auf dem terrestrische Rationalität und kosmische Fantasie gemeinsam Neuland betreten.

Brechen Sie mit uns auf zum Mond: Die Reise führt in den expandierenden Kosmos von Wissenschaft und Technologie, in neue Medienräume, aber auch zu den Werken der Kultur- und Literaturgeschichte, den Musikstücken, Filmen und Gedichten, die in seinem überirdischen Licht entstanden sind ̶ und entstehen. Denn die Mondmission ist, wie Günther Anders schon 1969 festgestellt hat, auch heute noch eine "Selbstbegegnung der Erde".

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