salzburger festspiele

SF/RUTH WALZ

"Idomeneo" bei den Salzburger Festspielen

Die erste Opernpremiere der Salzburger Festspiele überträgt Ö1 live - mit Russell Thomas (Idomeneo), Paula Murrihy (Idamante), Ying Fang (Ilia), Nicole Chevalier (Elettra), Levy Sekgapane (Arbace), Issachah Savage (Gran Sacerdote) u.a. Teodor Currentzis steht am Pult des Freiburger Barockorchesters

"Peter Sellars, hat sich die Botschaft Ihrer "Idomeneo"-Produktion zu jener vor 20 Jahren verändert?" - Ö1 Klassik-Treffpunkt, 20. Juli 2019

Die Münchner Uraufführung des "Idomeneo" 1781 war ein großer Erfolg für den jungen Wolfgang Amadeus Mozart; das Werk wurde oft nachgespielt - doch dann galt es lang mehr als Geheimtipp unter Opernfreund/innen. Trotz der wirkungsstarken Musik ist dieses erste dramatische Meisterwerk des Komponisten nie an die Aufführungszahlen der späteren Mozart-Werke für die Bühne herangekommen - was sich auch in der Statistik der Salzburger Festspiele widerspiegelt:

Morgenjournal | 25 97 2019 | Vorbericht

Sebastian Fleischer

In der bald 100-jährigen Geschichte des Festivals sind Opern erstmals 1922 zur Aufführung gekommen - mit Mozarts "Don Giovanni", "Così fan tutte", "Le nozze di Figaro" und "Die Entführung aus dem Serail" waren es gleich in diesem ersten Jahr jene Werke, die gemeinsam mit der erstmals 1928 beim Festival an der Salzach gezeigten "Zauberflöte" zum immer wieder neu präsentierten Kernrepertoire der Festspiele werden sollten.

Ying Fang (Ilia), Nicole Chevalier (Elettra) auf einer rot erleuchteten Bühne

"Idomeneo" 2019 - Ying Fang (Ilia) und Nicole Chevalier (Elettra)

SF/RUTH WALTZ

"Alles, was gut ist im Leben, ist auch hart. (…) Wir als Künstler müssen den Politikern zeigen, dass man an den Herausforderungen wachsen kann." Peter Sellars im "Ö1 Klassik-Treffpunkt"

1951 erstmals bei den Festspielen gezeigt

"Idomeneo" ist dagegen erst 1951 erstmals gezeigt worden, dirigiert von Georg Solti; der späterhin weltberühmte Maestro hat damals bei den Salzburger Festspielen debütiert. Die Titelrolle wurde vom deutschen Tenorstar Rudolf Schock verkörpert - und er war mit der Königsfigur auch 1956 bei der nächsten "Idomeneo"-Produktion unter der musikalischen Leitung von Karl Böhm betraut.

Waldemar Kmentt, der damalige Königssohn Idamante in Tenorlage, hat 1961 im Großen Festspielhaus zur Titelrolle gewechselt. Für diese in zwei Sommern gezeigte Einstudierung waren im Premierenjahr Ferenc Fricsay am Dirigentenpult und Paul Hager für die szenische Realisation zuständig. Nach elf "Idomeneo"-losen Jahren ist das Werk 1973 erneut unter Karl Böhm in den Festspielspielplan zurückgekehrt, weiterhin mit Idamante als Tenor; Peter Schreier hat diese Rolle gesungen, auch in der Wiederaufnahme 1976.

Peter Sellars und Teodor Currentzis

Peter Sellars und Teodor Currentzis

SALZBURGER FESTSPIELE/ANNE ZEUNER

Teodor Currentzis & Peter Sellars

Als Vehikel für Starauftritte von Luciano Pavarotti hat "Idomeneo" 1983 unter James Levine und in einer Inszenierung von Jean-Pierre Ponnelle gedient, erstmals in diesem Jahr wurde mit Trudeliese Schmidt Idamante von einem Mezzosopran verkörpert. Wie schon 1983 und 1984 (im zweiten Jahr ohne den Tenorstar) wurde die Oper auch 1990 und 1991 in der Felsenreitschule realisiert - jetzt in einer Inszenierung von Nikolaus Lehnhoff und dirigiert von Seiji Ozawa.


Die bisher letzte "Idomeneo"-Produktion ist 2000 bei den Salzburger Festspielen herausgekommen - eine Inszenierung von Ursel und Karl-Ernst Herrmann, die im Mozart-Jahr 2006 nochmals wiederaufgenommen wurde. Und damals hatte man auch die bisher einzige Möglichkeit, die tief greifende Bearbeitung des Werks durch Richard Strauss zu erleben, allerdings nur konzertant. Nach 13 Jahren folgt nun ein neuer Salzburger "Idomeneo" - und das Produktionsteam verspricht eine ungewöhnliche Sicht und Interpretation des Werks. Teodor Currentzis dirigiert und Peter Sellars inszeniert.

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