Paracelsusbad in Salzburg, Grafik

BERGER + PARKKINEN ARCHITEKTEN

Paracelsusbad in Salzburg

Badekultur 2019

Im Oktober wird inmitten der Stadt Salzburg das neu errichtete Paracelsusbad eröffnet. In luxuriöser Eleganz wurde es von Berger+Parkkinen Architekten geplant und von der Stadt Salzburg um 58 Millionen Euro für die Bürgerinnen und Bürger errichtet. In Wien hingegen werden Bäder nicht neu errichtet, sondern geschlossen.

So droht für das Jahr 2020 die Schließung des Dianabades. Auch das Margaretenbad im 5. Bezirk, das 1871 eröffnete, gehört nicht mehr der Stadt Wien und wird seit 2005 von John Harris betreiben.

Das Paracelsusbad in Salzburg

Mittagsjournal | 09 08 2019 | Schwimmbad mitten in der Stadt

Sabine Oppolzer

Nach einer Kuranstalt aus den Zeiten der Monarchie, war an der Stelle in den 1950er Jahren ein Bad errichtet worden, das - nicht mehr uptodate - nun durch einen sehr ästhetischen Neubau ersetzt wurde. Berger+Parkkinen Architekten haben 3 Nutzungen in einem Bau geplant: denn es beherbergt ein Kurzentrum, das den Betrieb schon im Juli aufgenommen hat, eine Badelandschaft mit mehreren Wasserbecken, sowie eine Sauna- und Wellnessebene.

Kulturjournal | 09 08 2019 | Rundgang durch das Paracelsus-Schwimmbad

Sabine Oppolzer

Dianabad, 1935

ÖNB/ZVACEK

Dianabad, 1935

Stadtplanerische Entscheidung mit Weitblick

Sowohl die Lage als auch die Baukosten waren lange heiß diskutiert worden. Obwohl das Interesse von Investoren an der sehr zentralen Liegenschaft sehr groß war, gab es 2010 den Beschluss aller politischer Parteien zum Neubau an der alten Stelle - und nicht am Stadtrand. Mit dem Kurzentrum und Arztpraxen ist hier ein großes innerstädtisches Gesundheitszentrum entstanden.

Mit dieser stadtplanerischen Entscheidung zeigt sich Salzburg als sehr vorausschauend, denn weltweit erleben Städte enorme Bevölkerungszuwächse und ringen mit immer größeren Dichten und dem Erhalt von Lebensqualität in den Stadtzentren. Die Salzburger haben damit gezeigt, wie eine Stadtplanung aussieht, für die nicht die touristische Vermarktung oder Investoreninteressen im Vordergrund stehen. Kritiker vermissen diesen Weitblick der Stadtplanung in Wien.

Hier steht das traditionsreiche Dianabad, das es bereits seit 1810 im 2. Bezirk gibt, vor der Schließung. Obwohl die Stadt Wien im Jahr 2000 noch 14 Millionen Euro zum Neubau des privat geführten Bades beisteuerte, hat sie abgelehnt, das Dianabad zu mieten oder zu kaufen, wenn der Vertrag mit der Betreibergesellschaft 2020 ausläuft. Die Betreibergesellschaft, hinter der Raiffeisen und Uniqa stehen, könnte die Immobilie dann anders nutzen: Da Hallenbäder nicht als lukrativ gelten, könnten hier anstelle von Reifenrutsche, Wellenbecken und Kinderwasserpark bald neue Büros entstehen.

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