Viennale-Präsident Eric Pleskow gestorben

Der aus Österreich stammende Eric Plekkow wurde in Hollywood zur Legende. In den 30ern vor den Nazis aus Wien geflüchtet, stieg Pleskow zum Filmtycoon in Hollywood auf. Er zeichnete als Produzent für Klassiker wie "Das Schweigen der Lämmer" oder "Amadeus" mitverantwortlich. Jetzt ist er mit 95 Jahren verstorben

Kulturjournal | 01 10 2019

Arnold Schnötzinger

Ab Ende der 90er-Jahre war Pleskow auch wieder regelmäßig zu Gast in Wien, als Präsident der Viennale und als Jurymitglied des Wiener Filmfonds. Gerade in seiner Funktion beim Filmfestival wurde er durch seine legendär humorvollen Eröffnungsreden zum Publikumsliebling. Auch wenn ihn gesundheitliche Probleme zuletzt an der Reise nach Europa hinderten, blieb er Wien eng verbunden.

Einer der zentralen beruflichen Wegbegleiter Pleskows abseits der Viennale war zweifelsohne Woody Allen, für den er 20 Filme produzierte, darunter "Der Stadtneurotiker" (1977) und "Hannah und ihre Schwestern" (1986). Ob er nun ein Drehbuch von Allen oder einem Unbekannten in die Hände bekam - er las sie alle, um dem Schreiberling damit Respekt zu zollen, wie Pleskow einst sagte.

Der Respekt war auch wichtiger Bestandteil von Pleskows Rezept für einen guten Film. "Nehmen Sie eine berührende Geschichte, ein gutes Drehbuch und einen leidenschaftlichen Regisseur. Dann braucht man auch noch einen bekannten Hauptdarsteller und eine große Portion Glück." Pleskow wusste es stets, all diese Zutaten meisterhaft zu kombinieren. Neben Woody Allen arbeitete er mit Regiegrößen wie Billy Wilder, Francis Ford Coppola, Federico Fellini und Martin Scorsese, entdeckte Oliver Stone, Milos Forman und Sylvester Stallone.

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