Eike Schmidt

APA/HELMUT FOHRINGER

Eike Schmidt zu seiner KHM-Absage

Die Absage als Direktor für das Kunsthistorische Museum (KHM) des deutschen Kunsthistorikers Eike Schmidt sorgten für große Aufregung in der Kulturszene. Entsprechend groß war das Interesse, als sich der Schmidt gestern Abend quasi auf vermintes Terrain nach Wien ins Semperdepot wagte.

Dass er in Florenz bleibt, habe er erst vor einer Woche entschieden, so Schmidt im Ö1-Interview. Die Entscheidung sei für ihn nicht absehbar gewesen. Hauptgrund dafür war, dass ihm Florenz sehr ans Herz gewachsen sei und dass durch die politischen Änderungen in Italien in den letzten Wochen neue Möglichkeiten geschaffen werden, so Schmidt.

Morgenjournal | 04 10 2019

Sabine Oppolzer

"Neue Möglichkeiten haben sich ergeben"
Eike Schmidt

"Durch die jüngsten politischen Veränderungen in Italien haben sich neue Möglichkeiten ergeben, die vorher nicht möglich waren", sagt Eike Schmidt und außerdem sei ihm "Florenz ans Herz gewachsen."

Zwischen den Stühlen?

In Wien hat der designierte KHM-Direktor abgesagt, bevor er einen neuen Vertrag in den Uffizien hat. Sicher mache ihn nichts, dass er einen neuen Vertrag in Florenz bekommen werde, so Schmidt, aber manchmal müsse man sich in die Waagschale werfen. Und das habe er getan.

Ganz wichtig sei ihm bei der Entscheidung gewesen, dass Wien gut abgesichert ist. Eine stabilere Situation als mit Sabine Haag und Paul Frey, die das Museum seit über zehn Jahren führen, könne man sich gar nicht vorstellen. "Das KHM ist wahrscheinlich eines der stabilsten Museen auf der ganzen Welt."

Vor einer Woche hat Eike Schmidt den Entschluss gefasst, nicht nach Wien zu kommen. Fragen über rechtliche Schritte der Republik Österreich oder Schadenersatzforderungen hätten im Entscheidungsprozess keine Rolle gespielt. "Aber das muss man sich jetzt anschauen, das ist ganz klar", sagte Schmidt.

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