Tanja Elisa Glinsner

THERESA PAWEL

Ö1 Talentebörse-Kompositionspreis für Tanja Elisa Glinsner

Siegerin des Ö1 Talentebörse-Kompositionspreises 2020 ist Tanja Elisa Glinsner von der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Die Nachwuchs-Förderung ist mit 10.000 Euro dotiert und wird von der Oesterreichischen Nationalbank unterstützt.

Als weiterer Kooperationspartner nimmt der Wiener Musikverlag Doblinger ein Werk des Gewinners ins Verlagsprogramm auf. Der in dieser Form einzigartige Ö1 Preis wurde heuer zum siebten Mal ausgeschrieben und wendet sich an Komposition-Studierende der fünf österreichischen Musik-Universitäten in Wien, Linz, Salzburg und Graz. Die Gewinnerin wird mit der Komposition eines kammermusikalischen Werkes beauftragt.

Die Oberösterreicherin Tanja Elisa Glinsner, geboren 1995 in Linz, studiert derzeit gleich mehrere Fächer: Dirigieren, Gesang und Komposition. 2018 konnte sie den ersten österreichischen Komponistinnenpreis für sich entscheiden. Als Sängerin wirkt sie neben verschiedenen solistischen Auftritten in Opernproduktionen der MDW und seit 2017 bei verschiedenen Opernprojekten des Arnold-Schoenberg-Chores und der Konzertvereinigung -Wiener Staatsopernchor mit. Dabei arbeitete sie mit namhaften Dirigenten wie René Jacobs, Kent Nagano, Mariss Jansons oder Constantinos Carydiswertvolle zusammen.

"BlurRed" für Orchester, Uraufführung am 7. Juni 2019 im Funkhaus Halberg, Saarbrücken

"Das Stück "BlurRed" beschäftigt sich intensiv mit der Thematik immer wiederkehrender Gedanken, ausgelöst durch ein Ereignis, einen Schock, eine Erkenntnis... Zu Beginn „schreit“ das Orchester in seinen Extremlagen und die Glocken verkünden das Ende der Zeit, oder eines Zeitabschnitts, einer Epoche", schreibt Tanja Elisa Glinsner.

"Der Zwang und das mit ihm einhergehende Gefühl des Ausgeliefertseins sind zentrale Punkte dieses Stückes. Wie geht man mit persönlichen Zwängen um? Wie beeinflussen meine persönlichen Verhaltensmuster die Umwelt und die Gesellschaft? Es folgen sich allmählich wiederholende „Gedanken“ – sirenenartige, an Seufzer und Schreie erinnernde Klänge bzw. Klagen. Sie verdichten sich, lassen wieder nach, werden ständig variiert und überschlagen sich dabei geradezu selbst. Jede Instrumentengruppe bzw. jede/r Instrumentalist/in, sowie auch jeder Mensch, ist seinen zwanghaften Gedanken, seinen Verhaltensweisen, seiner „Rolle“ ausgeliefert. Im Stück wird dem Chaos Einhalt geboten, dem Zwang nicht. Die „Schreie“ kehren gegen Ende des Stückes wieder, es bleiben Verwirrung und Resignation."

Die Finalistinnen und Finalisten

  • Helga Aria Parra (Anton Bruckner Privatuniversität)
  • Katharina Roth (Anton Bruckner Privatuniversität)
  • Ehsan Eskandarzadehshanjani (MUK Privatuniversität Wien)
  • Antonius Widmann (MUK Privatuniversität Wien)
  • Alexander Bauer (Mozarteum Salzburg)
  • Jakob Gruchmann (Mozarteum Salzburg)
  • Daniel Serrano (Musikuniversität Wien)
  • Tanja Elisa Glinsner (Musikuniversität Wien)
  • Anna Arkushyna (Kunstuniversität Graz)
  • Diego Jiménez Tamame (Kunstuniversität Graz)

Der Ö1 Preis stellt einen Kompositionsauftrag für ein kammermusikalisches Werk in der Länge von 15 bis max. 30 Minuten dar, das auch elektronische Musik einschließen und bis zu fünf Instrumente umfassen kann. Die Uraufführung des neuen Werks wird im Frühjahr 2021 im Rahmen des „Ö1 Musiksalons“ stattfinden. Als Besonderheit muss die Komposition eines der Streichinstrumente aus den Gruppen Violine, Bratsche oder Cello beinhalten. Denn die OeNB stellt aus ihrer europaweit einzigartigen Sammlung kostbarer alter Instrumente eines davon für die Uraufführung zur Verfügung.

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