Eingang zum ORF-Radiokulturhaus mit der Ohrskulptur von Johann Garber

ORF/JOSEPH SCHIMMER

Hören! Eine Ö1 Themenwoche

Zehn Oktaven, fast 20.000 Hertz - das ist der Tonumfang, den der Mensch über das Gehör wahrnehmen kann. Dieses Spektrum ist der Frequenzbereich, über den wir Radiomacher/innen Sie, unser Publikum, erreichen. Wir senden, Sie hören, 365 Tage im Jahr, manchmal 366. Beim Radio geht’s immer ums Hören - eine Woche lang stellt Ö1 Ende September den Sinn, der unser Medium erst möglich macht, selbst in den Mittelpunkt des Programms.

Augen kann man verschließen, Ohren nicht. Fast jeder Laut, jeder Klang in der Umgebung, der auf das Ohr trifft, wird so zu einer Anregung, die Umwelt wahrzunehmen und zu empfinden, mit ihr in Kontakt zu treten. Die Entwicklung des Gehörsinns, die Rolle des Hörens und Zuhörens in der Kommunikation, Geräusche der Natur und des Alltags, der Klang von Musik und seine Wahrnehmung, die Aufnahme von Tönen und ihre Wiedergabe.

So vielfältig wie die Aspekte der Sinneswahrnehmung Hören sind auch die Sendungen zur Themenwoche. Eine kleine Auswahl:

Dimensionen

In der Evolutionsgeschichte des Hörens gräbt die Wissenschaftsredaktion: Wann haben Lebewesen überhaupt zu hören begonnen, und was waren die ersten Hörorgane? Wie entwickelte sich daraus das komplizierte Säugetierohr? Warum hören Tiere wie Fledermäuse, Hunde oder Katzen so viel besser als Menschen? Diesen Fragen widmen sich die Dimensionen ("Zu Ohren kommen" 21. 9., 19.05 Uhr) und stellen fest, dass die evolutionäre Entstehung des Ohrs für Wissenschafter/innen immer noch viele Rätsel birgt.

Des Cis

Der Bedeutung des Genius Loci für Musikaufführungen geht Des Cis nach (21.-25.9., jeweils 11.30 Uhr). Wie Räume "klingen" und welche Interaktion zwischen Musikerinnen und Musikern und dem Publikum durch dieses Phänomen entsteht, untersucht die Sendung anhand von vier Beispielen: der Elbphilharmonie in Hamburg, dem Pierre-Boulez-Saal in Berlin, dem Stephansdom, und dem Franz-Liszt-Saal in Wien.

Radiogeschichten

Von 21. bis 25. Dezember, jeweils ab 11:05 Uhr, hören Sie, wie eindrücklich sich über das Hören schreiben lässt: beginnend mit den "Dämonen" Heimito von Doderers über "So laut die Stille", einen Text der Pariser Schriftstellerin Laurence Tardieu zum Anschlag auf die Redaktion von "Charlie Hebdo", bis zu Essays über Geräusche des Alltags von Walter Benjamin (dessen Todestag sich am 26. September zum 80. Mal jährt).

Ö1 Hörspiel

Um Martin und Anna, zwei junge Menschen, die einander beim Tanzen in einem Club begegnen, entspinnt sich die komplizierte Geschichte zweier Liebender in einem Ö1 Hörspiel von Thomas Arzt ("Laute Nächte", 26. 9., 14.00 Uhr). Die spezifische Kompliziertheit der Geschichte von Anna und Martin liegt darin, dass Anna gehörlos ist. Das kann Martin ihr nicht ansehen und versteht Annas Verhalten als Ablehnung. Anna hat Erfahrung damit, was passiert, wenn ihr Gegenüber davon erfährt: Zurückweisung, Verständnis, Mitleid - das alles kennt sie, das alles will sie nicht wieder und wieder erleben.

Vier Beispiele für fast vierzig Sendungen, die sich in der letzten Septemberwoche dem Hören widmen. Wenn sie beim Zuhören möglichst viele Bilder im Kopf entstehen lassen, ist gelungen, was im Titel von "Diagonal" (19. 9., 17.05 Uhr) zur Themenwoche mitschwingt: "Mit den Ohren sehen".

Neue Podcasts

Ö1 bietet seit vielen Jahren an die 30 Sendereihen als Podcast an. Die Schwerpunktwoche "Hören!" gibt auch den Startschuss zu einer Reihe neuer Podcasts, die alle über die ORF Radiothek abgerufen werden können.

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