Kopfhörer

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Die neuen Ö1 Podcasts

Ab 21. September starten zahlreiche neue Ö1 Podcasts. Von der Gesundheits-Comedy mit Ö1 Radiodoktor Ronny Tekal bis zum Festivalpodcast zum steirischen herbst.

Die einen lieben Gespräche mit Christian Drosten, die anderen lassen sich die Welt erklären und Dritte fiebern mit, wenn Journalist/innen sich auf die Spuren von ungelösten Mordfällen machen. Podcasts erobern die Onlinewelt und kommen seit ein paar Jahren auch im deutschsprachigen Raum an. Sie sind produzierte Audioinhalte, ähnlich wie eine Radiosendung - werden aber anders konsumiert: Man hat Podcasts (meistens) über eine App auf dem Smartphone abonniert und kann sie dann anhören, wenn es gerade passt. Zum Beispiel auf dem Weg zur Arbeit, beim Joggen oder Bügeln - oft über Kopfhörer. Sie werden regelmäßig online gestellt, oder in Form von Staffeln, wo man sich wie bei Fernsehserien alle Folgen auf einmal anhören kann.

Das Radio spielt in die Welt hinaus - der Podcast direkt in meine Ohren.

Deswegen klingen Podcasts persönlicher, intimer, emotionaler als Radio. Die Moderator/innen, Hosts genannt, nehmen mich an der Hand und mit auf eine Reise. Denn im Podcast gibt es vor allem eines: viel Zeit und viel Platz für alle Themen, von Mainstream bis Nische, weil er sich im Gegensatz zum Radio an keine Zeitvorgaben und Quoten halten muss. Und geht sich das ganze Gespräch auf einer Bahnfahrt nicht aus - na dann hört man bei der nächsten genau ab der Stelle weiter, an der man aufgehört hat.

Versuch & Irrtum

Auf dem Papier sehen die Karrieren von Wissenschafter/innen oft geradlinig aus: Forschungsprojekt hier, Artikel in einem renommierten Journal dort. Dabei stehen hinter jeder erfolgreichen Einreichung in etwa sieben Ablehnungen, schreibt die Neurobiologin Melanie Stefan 2015 im renommierten Fachjournal Nature.

Wie verlaufen Wissenschaftskarrieren?

Von und mit Ruth Hutsteiner und Irmgard Wutscher

Zwei Frauen  beim Betrachten von Hühnereiern

Das Ei wird bei den Versuchen von Irmi Wutscher und Ruth Hutsteiner eine prominente Rolle spielen - bei den Irrtümern vielleicht auch...

ORF/SANDRA HERBSTHOFER

Ruth Hutsteiner und Irmgard Wutscher treffen junge Wissenschafter/innen aus Österreich und besprechen mit ihnen ihren Lebens- und Karriereweg: Was ist aufgegangen, und wo sind sie danebengelegen? Wie geht man mit Ablehnung und Kritik um? Und natürlich: Welche Phänomene beforschen sie, und was sind die bahnbrechenden Ideen von morgen?

In den ersten Folgen erzählt die Materialwissenschafterin Miriam Unterlass, wie sie als „Notlösung“ zur Chemie gekommen ist und heute nach neuen Wegen sucht, Plastik umwelt- und energiefreundlicher herzustellen. Und der Politikwissenschafter Laurenz Ennser-Jedenastik, dass er wegen des Interesses an Politik zu seinem Fach gekommen, und wegen der Wissenschaft geblieben ist.

Sprechstunde

Von und mit Melisa Erkurt

Melisa Erkurt

ORF/JOSEPH SCHIMMER

Der Ö1 Podcast über Bildung, Integration und das Zuhören. Von und mit Melisa Erkurt

Melisa Erkurt war Lehrerin. In ihrer Sprechstunde saßen oft verzweifelte Migranteneltern, die nicht wussten, wie sie ihren Kindern in der Schule helfen sollten. Noch immer sind Bildung und Integration zwei Bereiche, die in Österreich nicht überall und für alle gleich gut funktionieren. Mit Problemschüler/innen, Brennpunkten und Parallelgesellschaften lassen sich Politik und Schlagzeilen machen, für die Betroffenen aber ändert sich wenig. In Melisa Erkurts Sprechstunde kommen die zu Wort, die sonst nur als Objekte in der Berichterstattung erwähnt werden, die von Generation zu Generation die Bildungsverlierer bleiben, obwohl sie so viel zu sagen hätten - nur muss mal endlich jemand zuhören.

100 Sekunden Gesundheit

Was sind schon 100 Sekunden, wenn das Leben dadurch um viele Jahre verlängert wird? Denn setzt man all die Informationen aus diesem Podcast auch um, bleibt man länger gesund, fit und reich. Zumindest aber informierter.

Der Arzt, Medizinkabarettist und Ö1-Radiodoktor Ronny Tekal stellt in kleinen Miniaturen Krankheiten, Gesundheiten und Themen rund um die Medizin vor. Denn über Beschwerden lässt sich bekanntlich trefflich reden. Einzige Vorgabe: Der Mediziner hat gerade mal 100 Sekunden dafür Zeit. Die Uhr läuft also, um die wichtigsten Informationen rüberzubringen. Das mag, angesichts der Komplexität von Themen wie Diabetes, Herzinfarkt und Darmkrämpfen wenig erscheinen, doch auch in der knapp bemessenen medizinischen Praxis gilt: Ein gutes Gespräch dauert nicht unbedingt länger als ein schlechtes Gespräch.

Mit einem kleinen Augenzwinkern, aber stets respektvoll, macht Ronny Tekal medizinische Sachverhalte einfach verständlich. Ein akustischer Pschyrembel über die kleinen und ganz großen Leiden. Für Patienten und auch Ärzte - und all jene, die das eine oder das andere einmal werden wollen.

Who's Afraid of ...

Sicher ist heute vor allem, dass alles unsicher ist. Die rieselnde Angst vor dem persönlichen Abstieg, die ökologische Krise und die politischen Verwerfungen hatten schon vor Corona zu einer apokalyptischen Stimmung geführt. Im Zeichen der Pandemie verschränken sich soziale Isolation, Massenüberwachung, darwinistischer Populismus, Verschwörungstheorien und die immer deutlicher werdenden ökonomischen Auswirkungen des Virus zu einem Zustand der Beklemmung. Der steirische herbst ´20 reagiert auf diese Gemengelage mit der Ergänzung durch ein Medienformat namens "Paranoia TV".

Der Ö1 Podcast "Who's Afraid of ..." nimmt diese Einladung zur Reflexion der Logik des Verdachts auf und fragt nach den Verwundbarkeiten von Künstler/innen und Autor/innen und deren Verhältnissen zu diversen Bedrohungsszenarien.

Gelitin mit Petra Erdmann im Studio

Tobias Urban und Ali Janka von Gelitin gemeinsam mit Gastgeberin Petra Erdmann im Studio

ORF/JOSEPH SCHIMMER

In insgesamt 17 Episoden bohren die Ö1 Kulturjournalist/innen Petra Erdmann und Thomas Edlinger nach. Können wir - angesichts des Virus - nicht einmal mehr uns selbst trauen? Kann man sich gegen Krisenerfahrungen immunisieren? Wie kommt man mit einer als unheimlich empfundenen Zukunft klar? Wie ansteckend ist Paranoia und wer profitiert von ihr? Wie lassen sich die neuen Ängste zwischen Lock-Down und Verharmlosung künstlerisch bearbeiten?

Kontext - das Studiogespräch

„Sie haben mich, was von fulminanter Niedertracht ist, mit meinen eigenen Formulierungen konfrontiert“, sagte unlängst ein Autor, nachdem wir fertig waren mit der Aufnahme des Kontext-Studiogesprächs zu seinem Sachbuch über die Krise des Reisens. Er meinte noch, dass er sich ertappt fühlte, im Buch dick aufgetragen zu haben. Ich hatte ihn gebeten, den folgenden Satz zu erläutern: „Das Wohnmobil ist eine Art privates Saudiarabien.“ Es war eine zugespitzte Bemerkung über ältere Paare im Wohnmobil auf Kreta, in Südspanien und Portugal, die dort ihre Hippiezeit nachspielen, „und immer sitzt er am Steuer, wie in Saudiarabien“.

Das mit der „fulminanten Niedertracht“ war ironisch und positiv gemeint, und so habe ich es auch verstanden. Das Studiogespräch soll ja in zwölf Minuten die Leidenschaft eines Autors zu seinem Thema offenbaren und ein ganzes Buch lebendig werden lassen. Das war jetzt auch dick aufgetragen. Aber manchmal gelingt es. Lassen Sie sich überraschen, auch von den Themen. Und im sendezeitenkorsettfreien Podcast gibt es dann auch ab und zu eine fulminant niederträchtige Bonusfrage.

Ex libris - Buchtipp der Woche

In dem wöchentlichen Podcast wird Peter Zimmermann jeweils ein Buch aus der aktuellen Sendung auswählen und als Buchtipp der Woche vorstellen, manchmal auch in einem Gespräch. Und einmal pro Monat wird das Ö1 Buch des Monats präsentiert.

Ö1 intro

Wöchentliche Informationen zu aktuellen Angeboten aus Musik, Kunst und Kultur. Hier geben junge Menschen ihresgleichen ausgewählte Kulturtipps, um sie mit Freund/innen zu teilen. Die Ö1 intro-Redakteur/innen sind dabei in ganz Österreich unterwegs und immer auf der Suche nach O-Tönen von Kulturbegeisterten!

rein-gehört

Podcasts, Streams, Downloads, CDs. Ö1 bietet mit seinem neuen Audioguide einen Wegweiser durch die Welt des Hörens.

Moment-Notizen

Was am Wegrand des Alltags liegt: Erlebnisse, Beobachtungen, Widersprüche und anderes, das auffällt und einfällt. Geschichten hinter Begriffen aus dem aktuellen Tagesgeschehen, kompetent erklärt und definiert. Und andere Notizen zum Leben heute.

Der Ö1 Kabarett-Podcast

Das aktuelle Angebot von "Contra" wird um Perlen aus dem Archiv ergänzt. In vier Episoden hören Sie Lukas Resetarits' "Ich tanze nicht", sein Programm aus dem Jahr 1999. Und vier Mal ist Andreas Vitásek "Unterwegs" (1993).

"Es war nie ein Jugendtraum von mir, Tänzer zu werden", sagte Lukas Resetarits, als er sein 18. Programm dem "Getanzt-Werden" widmete, der routinierten, aber im Grunde fremdbestimmten Bewegung zu einer Musik, die von anderen gespielt wird. "Ich tanze nicht" steht daher auch für die Verweigerung, nach der Pfeife von anderen tanzen zu müssen. Mit seinem 18. Solo hat sich Lukas Resetarits endgültig vom Nummernkabarett verabschiedet und bietet in einer subtilen Mischung aus Schmäh, Wehmut, biografischen Details, Zukunftsszenarien und heiteren Bestandsaufnahmen von Gegenwärtigem einen berührenden Monolog über das Leben.

"Unterwegs - das klingt ja wie eine Autofahrersendung", lässt Andreas Vitásek den Taxifahrer über das 7. Solo des Kabarettisten orakeln. Für den Künstler heißt "unterwegs sein", irgendwohin zu wollen, in diesem Fall zu seiner Vorstellung. Da das Taxi aber im Stau steckt, hat Andreas Vitásek Zeit, seinen Geschichten des Scheiterns, der Melancholie und der Selbstironie freien Lauf zu lassen: "Gewisse Stadtteile von Wien sollte man um diese Zeit nicht aufsuchen, man könnte sich zu Tode langweilen."

Alle Podcasts können Sie auch im laufenden Ö1 Programm bzw. im digitialen Experimentalradio Ö1 Campus hören.