Sara Lanner

SARA LANNER

Sara Lanner, Performative Kunst

Sara Lanner, geboren 1991 in Hallein, studiert Performative Kunst an der Akademie der bildenden Künste Wien. In ihren Arbeiten thematisiert sie den Körper und dessen Erscheinungsform als soziale Choreografie und Skulptur.

Was ist Kunst?

Kunst ist für mich eine Form des Denkens. Also – Tanzen ist, genau sowie das Kreieren einer Skulptur oder das Anfertigen einer Skizze, was auch Teil meiner täglichen Arbeit ist, eine Form des Denkens und Reflektierens. Es ist Denken in Bewegung. Kunst ist außerdem auch Kritik, Ausdruck und Wahrnehmung.

Wie Sind Sie zur Kunst gekommen?

Ich habe fast das Gefühl, die Kunst ist zu mir gekommen. Meine Neugierde, Wissbegierde und die Lust am kinästhetischen Wahrnehmen haben mich ihr dann bestimmt noch näher gebracht.

Kommt Kunst von können, müssen oder wollen?

Kunst kommt für mich von müssen – aber mehr in dem Sinn, dass es etwas ist, das mich ruft und von mir verlangt, dass ich mich damit auseinandersetze. So gesehen habe ich keine andere Wahl, als mich mit ihr zu beschäftigen.

Wo würden Sie am liebsten auftreten?

Ich wähle meine Orte ja eher nach dem Inhalt der Arbeit. Also, ich frage mich - welchen Ort braucht diese Arbeit? Eine Galerie, einen öffentlichen Ort, eine Bühne – groß, klein, mittel? Aber anders herum überlegt, wäre ich durchaus gerne einmal als zeitgenössische Choreografin bei den Wiener Festwochen vertreten, oder im 798 Art District in Peking, würde ich gerne ausstellen und soweit wie möglich auch performen.

Mit wem würden Sie gerne zusammenarbeiten?

Mein Traum wäre mit Carolee Schneemann sowie Trisha Brown und Babette Mangolte zu arbeiten und von ihnen zu lernen. Ihre Arbeiten haben mich am Anfang meines Studiums sehr inspiriert und neue Denkwelten geöffnet.

Wie viel Markt verträgt die Kunst?

Für diese Frage habe ich mir genau das Kunstgenre ausgewählt, das auch heute noch mit dem Vorurteil zu kämpfen hat, dass es keine „angreifbaren“ Kunstwerke zurücklässt, die verkauft werden können. Das sehe ich aber anders!

Und wie viel Kunst verträgt der Markt?

Da geht schon noch was.

Wofür würden Sie Ihr letztes Geld ausgeben?

Eine Reise in das Haus meiner italienischen Großmutter nahe Roms, Espresso und ein Satz Farbstifte machen mich immer glücklich!

Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?

Glücklich und ich mache immer noch dasselbe – nämlich Kunst.

Haben Sie einen Plan B?

Nein, denn Kunst geht für mich nur, wenn ich mich ganz dafür entscheide. Würde ich jetzt aufhören, Kunst zu machen, müsste ich eine ganz andere Person werden – was ich mir sehr schwer vorstelle. Aber natürlich ist dieser Plan A ein weites Feld! Ich unterrichte auch Tanz und manchmal Performance-Workshops oder arbeite in Selbstverwaltungsprojekten und deren Strukturen mit. In den vergangenen Jahren stand ich trotzdem immer wieder einmal an dem Punkt, wo ich mich von Neuem entscheiden musste - „Machst du jetzt weiter oder nicht?“ - bisher fiel diese Frage aber immer zugunsten meiner künstlerischen Arbeit aus.

Wann und wo sind Sie das letzte Mal unangenehm aufgefallen?

Es gibt bestimmt das Klischee, dass Performer/innen und Tänzer/innen allgemein laut, egozentrisch und provokant sind, oder dass bildende Künstler/innen bei ihren Materialtransporten in den Öffis, zum Ärger ihrer Umgebung, einen ganzen Viererplatz besetzen. Das kenne ich durchaus auch von mir, haha! Trotzdem würde ich mich eher als ruhig und beobachtend beschreiben aber dennoch bestimmt. Wenn ich Ignoranz oder Ungerechtigkeiten (mit)erlebe, kann ich sehr laut werden.

Wollen Sie die Welt verändern?

Ja, durchaus – und ich möchte auch, dass die Welt mich verändert!