Miley Cyrus

AP/JOEL C. RYAN

Neues Album von Miley Cyrus

"Plastic Hearts" ist das siebte Album des ehemaligen Kinderstars Miley Cyrus. Die Tage als Cyrus als Hannah Montana durchs Nachmittagsprogramm turnte, sind natürlich längst vorbei. Mit 28 zählt sie zu den weltweit großen weiblichen Popstars ihrer Generation.

Doch die vergangenen Jahre meinten es nicht unbedingt gut mit der Sängerin. Ihr letztes Album, das Country-Experiment "Younger Now", enttäuschte, dazu kam ein verheerender Brand, der ihr Haus samt Notizen und Aufnahmen zerstörte und die Scheidung vom Schauspielerehemann Liam Hemsworth. "Plastic Hearts" zeigt nun wieder eine neue Miley Cyrus - diesmal im Rock-Outfit und mit prominenter Unterstützung an ihrer Seite.

In einer Folge der Netflix Serie "Black Mirror" tritt Miley Cyrus als Popsternchen auf. Am Ende lässt sie das ausbeuterische Business hinter sich und spielt stattdessen harte Rocksongs in dreckigen Club. Das Barbie-Image endgültig Vergangenheit, dafür die eigene Seele gerettet. "Plastic Hearts" mutet ähnlich an.

Von einer Frau erwartet man sich Freundlichkeit

Das Album beamt sich zurück in die Rock-Galaxie der 1980er, als Stars wie Joan Jett, Stevie Nicks oder Billy Idol am Firmament schillerten. Die drei holte sich Cyrus auch kurzerhand zur Zusammenarbeit. "Ich habe so viele Idole", meint Cyrus zu Apple Music. "Joan Jett, Stevie Nicks, Debbie Harry. Ich werde nie die Beste meiner Zunft sein und nie aufgeben, nach Perfektion zu streben, weil ich nie zufrieden sein werde." Mangelndes Engagement kann man der Sängerin nicht vorwerfen. Auf dem Cover inszeniert sie Bowie Fotograf Mick Rock als Vamp mit reichlich Metall um Hals und Handgelenk. Dazu kommen Songtitel wie "What The Fuck Do I Know" oder "Hate Me" - "Miley Cyrus: Rockgöre" meint es ernst. Das könnte für manche zu wenig Mainstream sein, spekuliert Cyrus. "Weil es wild ist und von einer Frau noch immer Freundlichkeit erwartet wird."

Albumcover

RCA RECORDS

Allzu harte Klänge gibt es hier selten, dafür reichlich gepflegten Kuschelrock in Balladen-Form wie "Never Be Me." Oft verpacke sie unangenehme Gefühle in Songs, um ihnen Raum zu geben und sie loslassen zu können, meint Cyrus. "Never Be Me" wäre so ein Song. "Ich kann mir dieses Gefühl dann wie eine Libelle ansehen, es genießen und würdigen, so dass es mich nicht länger belastet." "Bad Karma" ist der älteste Song des Albums, Cyrus schrieb ihn als Donald Trump Präsident wurde und sie jeglichen Glauben an Karma verlor. Alle anderen Stücke stammen aus den Jahren 2017 und 2018.

Who Is Miley Cyrus?

Geplant und angekündigt war eigentlich ein Album namens "She Is Miley Cyrus", das aus drei EPs bestehen sollte. Ein autobiografisches Werk, das bei einem Brand fast vollständig vernichtet wurde. Sie verwarf das Projekt, startete "Plastic Hearts" und stellte dafür nicht weniger als sechs Produzenten an. Bei einzelnen Songs waren bis zu neun Komponisten in den Credits am Werk.

Herausgekommen ist ein Album, das sich vor einer Ära und ihren Pionierinnen verneigt, dabei aber selten richtig Feuer fängt. Vielleicht gelingt das ja, wenn Miley Cyrus für das nächste Album einen Gang höher schaltet. Darauf wird sie sich nämlich ausschließlich Coverversionen von Metallica widmen.

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