Elisabeth Köstler

REINHARD WINKLER

Elisabeth Köstler, Violine

Elisabeth Köstler, geboren 1994, studiert Violine an der Anton Bruckner Privatuniversität. Seit September 2019 ist sie Mitglied der Orchesterakademie des Bruckner Orchester Linz.

Was ist Kunst?

Eine Tätigkeit welche ein Zusammenspiel aus Übung, Intuition, Wahrnehmung und Vorstellung ist.

Wie sind Sie zur Kunst gekommen?

Die Musik hat mich schon vor meiner Geburt begleitet. Meine Mutter hat nämlich während sie mit mir schwanger war, alle Bach Suiten auf dem Cello aufgenommen. Mein Vater ist Geigenbauer. Kunst und vor allem Musik hat bei uns schon immer einen großen Stellenwert gehabt. Meine ersten kindlichen Erinnerungen verbinde ich auch mit der Geige, denn seit ich mich erinnern kann wollte ich Geigerin werden.

Kommt Kunst von können, müssen oder wollen?

Ich denke, es kommt eher von einem Bedürfnis? Nämlich das Bedürfnis, etwas auszudrücken. In der Musik spezifisch etwas, das nicht in Worten auszudrücken ist? Sobald man muss, geht ja auch leider oft die Inspiration verloren. Wille muss allerdings immer dabei sein, und Können auch. Und an Kreativität - also schöpferischer Kraft - sollte es auch nicht mangeln.

Wo würden Sie am liebsten auftreten?

Beim Wo bin ich eigentlich gar nicht wählerisch, denn viel wichtiger ist mir für Wen. Ich würde am liebsten dort auftreten, wo ich Leuten die meiste Freude mit dem Musizieren mitbringen kann. Wo das Publikum sich drauf einlässt und für eine kurze oder hoffentlich auch längere Dauer alle Sorgen und Wehen des Alltags vergisst. Ich gehe sehr gerne in Konzerte und genieße es mich auf die Musik und die Interpretation einzulassen. Die schönsten Momente sind die, wenn es einem überall die "Ganslhaut" aufstellt.

Mit wem würden Sie gerne zusammenarbeiten?

Mit netten Menschen, die mich inspirieren und mit denen man musikalisch am gleichen Strang zieht.

Wie viel Markt verträgt die Kunst?

Ich denke, die Kunst braucht den Markt nicht zum (über)leben, aber der Künstler. Ich denke mir oft, die Kunst würde noch viel intuitiver sein, wenn vor allem Junge Künstler/innen nicht oftmals den existenziell abhängigen Gedanken ausgesetzt sind.

Und wie viel Kunst verträgt der Markt?

Ich hoffe es gibt keine Sättigung an Kunst.

Wofür würden Sie Ihr letztes Geld ausgeben?

Wenn alle in meinem Umfeld inklusive mir genug zum Essen haben, dann würde ich mit meinem letzten Geld Quartettnoten kaufen.

Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?

Was auch immer in 10 Jahren ist, ich werde sicherlich noch immer gerne musizieren.

Haben Sie einen Plan B?

Plan B und auch Plan C würden trotzdem meine Leidenschaft für die Musik nicht unterbinden können. Ich unterrichte aber auch leidenschaftlich gerne Geige, und habe auch einen IGP Bachelor gemacht. Außerdem habe ich sehr viel Erfahrung mit Kindern, da ich mehrere Jahre in einem Institut für Hörtherapie als Kinderbetreuerin gearbeitet habe.

Wann und wo sind Sie das letzte Mal unangenehm aufgefallen?

Ich bin ein ziemlicher Tollpatsch, also es könnte sein, dass es gerade erst gestern war (als mir wiedermal in einem Zug oder einer Straßenbahn alles runtergefallen ist) aber - Gott sei Dank - kriege ich es selbst nicht so mit, wenn ich anderen unangenehm auffalle, sonst würde mir das nämlich unglaublich peinlich sein. Ich hoffe allerdings sehr, dass ich nicht während meiner Dienste im Brucknerorchester Linz unangenehm auffalle.

Wollen Sie die Welt verändern?

Wollen? Können? Will das nicht jeder Künstler ein ganz kleines bisschen? Ich denke, dass die Musik und auch andere Künste die Möglichkeit geben, die Welt in einer gewissen Weise zu einem besseren Ort zu machen. Ich nehme mir zum Beispiel bei jedem Auftritt vor, zumindest einer Person damit eine Freude zu machen. Sei es in einer Kammermusikbesetzung, solistisch oder auch wenn ich im Orchester spiele, glaube ich daran, dass wir den Zuhörenden etwas Gutes tun.