Casper Clausen

CASPER CLAUSEN/HANNA STURM

"Better Way" von Casper Clausen

Mit seiner Band Efterklang ist der dänische Musiker Casper Clausen seit Jahren international erfolgreich. Nun versucht sich der Sänger nach seinem Nebenprojekt "Liima" erstmals an einem Soloalbum: "Better Way" mit acht neuen Songs ist zur Gänze in Clausens Wahlheimat Lissabon entstanden.

Ein gemalter Casper Clausen, der einem direkt in die Augen sieht. Das Cover von "Better Way" erinnert an Bob Dylans "Self Portrait" aus dem Jahr 1970. Auch Casper Clausens Solodebüt ist Selbstporträt und Blick in den Spiegel. Eine Frage stand am Beginn der Arbeit: Was willst Du eigentlich? "Die Herausforderung lag auf der Hand. Was willst Du wirklich machen, wenn Du auf Dich allein gestellt bist? Die einfachste Frage der Welt, die allerdings jede Menge Unsinn provoziert."

Freiheit scheint Clausens Antwort auf die Frage zu sein. "Better Way" startet mit einem neunminütigen Jam, der nach purer Freude des Loslassens klingt. Nicht zufällig, denn Clausen erschuf den Song mithilfe einer App, losgelöst vom Studio - ohne Einschränkungen wie Länge oder Sound. "Ich hatte auf der App diesen organischen Fluss, und das war auch neu bei diesem Album - ich wollte mich nicht mehr einschränken lassen, mir mehr Raum zu geben und die Dinge nicht zu ersticken", meint der Sänger.

Ein Liebesbrief an Lissabon

Das Driften des Eröffnungssongs "Used To Think" ist ein Echo des Wellengangs des Teju, den Clausen auf seinem Weg ins Studio befährt. Vorbei an Lissabons gepflasterten Straßen und den Terrakotta-Dächern der Stadt. "Used To Think" klingt aber auch nach der letzten Heimat des Sängers - Berlin. Nach Bowie in den Hansa Studios, nach Krautrock und Brian Eno.

Sein Soloalbum sieht Clausen auch als eine Art Konfrontation mit sich selbst. Ohne den schützenden Bandkontext, ganz allein auf der Bühne - mitunter eine harte Erfahrung. "Ich wollte mich stellen. Nicht weil mir das Spaß macht, im Gegenteil, das kann schon hart sein. Aber ich wollte mein Selbst konfrontieren."

Debüt als gespenstisch schöne Flucht

Songskizzen trägt er schon länger mit sich herum. Lissabon wurde dann zum Katalysator diesen Ideen freien Lauf zu lassen. Die Stadt wurde zum Rahmen, den Clausen füllen wollte. "Die Stadt wurde zu meiner Inspiration, ohne die anderen, auf mich gestellt. Plötzlich begannen die Dinge zu passieren."

In den Texten sucht man vergeblich nach der portugiesischen Hauptstadt - deren Charakter prägte eher das Gefühl der Platte, meint Clausen. Auf "Better Way" entkommt der Sänger dem angestammten Habitat von Efterklang. Auf seiner Flucht nach vorne gelingen Clausen dabei immer wieder gespenstisch schöne Momente wie im Song "Feel It Coming".

Casper Clausen spielt sich frei

Peter Kember, Mitglied von Spacemen 3, produzierte. Clausen wollte dessen typischen Sound und Kember wurde zu einer Art Studio-Mentor für ihn. In der Kritik wird "Better Way" bereits als ambitioniertes Werk gefeiert - dabei ist Clausen auf das Gegenteil stolz. "Anstatt jede Menge Ansprüche zu stellen, habe ich mich diesmal beschränkt. Eine Idee pro Studiotag, das war der Plan. Durch diese Intuition sind viele Songs entstanden."

Man kann Casper Clausen beim Sich-frei-Spielen auf "Better Way" zuhören. Die acht Songs sind ein Ausflug in die musikalische Selbstfindung, der Spaß macht.

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