Julie Christie

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Sixties-Ikone

Julie Christie wird 80

In den 1960er Jahren hat sie als das schönste Gesicht Hollywoods gegolten, sie war Film- und Modeikone: Mit ihren Rollen in "Doktor Schiwago" oder "Wenn die Gondeln Trauer tragen" schrieb sich die britische Schauspielerin Julie Christie in die Filmgeschichte ein. Heute feiert sie "offiziell" ihren 80. Geburtstag - auch wenn manche Quellen ihr Geburtsjahr mit 1940 angeben.

Die Rollen ihres Lebens, die verkörperte Julie Christie bereits mit Mitte Zwanzig. Nach ihrem Durchbruch in John Schlesingers Liebeskomödie "Billy Liar" 1963 brachte ihr die Darstellung des von Affären und Aufstiegssehnsucht getriebenen Models Diana in Schlesingers "Darling" den Oscar als beste Hauptdarstellerin ein. Und noch im selben Jahr festigte Christie ihren Status in Hollywood, als sie in der Historienromanze "Doktor Schiwago" die selbstbewusste Lara spielte.

Gefühlvoll und sensibel, schön und selbstbewusst: In ihren Rollen widerspiegelte Julie Christie das neue Frauenideal der 1960er Jahre. Doch mit der Hollywood-Lebensart konnte sie sich nie so recht anfreunden. Sie sei immer schon sehr ängstlich und unsicher gewesen, verriet die Schauspielerin einmal. Seltene Interviewausschnitte von damals verstärken das Bild der von Selbstzweifeln geplagten jungen Frau.

"Ich habe das Gefühl, dass dieses Leben wirklich kurz ist", meinte sie gegenüber einer Journalistin am Abend der Premiere von "Doktor Schiwago". "Ich frage mich, was passiert, wenn ich einmal nicht mehr diese Mädchen spielen kann."

Julie Christie

Julie Christie, 1966

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Geliebte, Puffmutter, Aktivistin

Geboren und aufgewachsen ist Julie Christie im indischen Assam, wo ihr Vater in den letzten Jahren der britischen Kolonialherrschaft eine Teeplantage betrieb. Ihre Schauspielausbildung erhielt sie an der Londoner Central School of Speech and Drama. Den Zenit ihrer Darstellungskunst erreichte Christie für viele in den 1970er-Jahren, als sie etwa im legendären Psychothriller "Wenn die Gondeln Trauer tragen" an der Seite von Donald Sutherland spielte, oder eine Puffmutter in Robert Altmans Anti-Western "McCabe & Mrs. Miller".

Julie Christie spielte stets mit hohem Einsatz und schien mit ihren Rollen zu verschmelzen. Privat lebt sie seit vielen Jahren zurückgezogen auf einem Bauernhof in Wales. "Es ist wirklich schön dort. Ich denke, es ist ein großes Privileg entscheiden zu können, wo man lebt", sagte sie einmal bei einem ihrer seltenen Auftritte im Fernsehen. "Je weiter ich von Südengland weg bin, desto glücklicher bin ich."

Auf der Leinwand verbuchte Julie Christie in den letzten Jahren nur noch wenige, aber starke Auftritte: 2006 verkörperte sie in Sarah Polleys Regiedebüt "An ihrer Seite" eine an Alzheimer erkrankte Frau und wurde dafür ein weiteres Mal für den Oscar nominiert.

2012 folgte mit dem Politthriller "The Company You Keep" Christies bisher letzter Film. Darin spielt sie ein ehemaliges Mitglied der US-Untergrundorganisation The Weathermen - eine Rolle, die gut zu ihren gesellschaftspolitischen Ambitionen passt: Denn seit Jahren engagiert sich Julie Christie gegen Atomkraft, Tierversuche oder Menschenrechtsverletzungen in den USA und weltweit.

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