Elisabeth Krenn

ELENA BIOSCA-BAS

Ö1 Talentebörse

Elisabeth Krenn, Klarinette

"Wir können der Wirklichkeit nur näher kommen, indem wir sie von allen Seiten betrachten. Diesen Satz hat mir ein toller Lehrer in der Schule eingetrichtert. Somit lebe ich Offenheit und Neugierde und bringe so ziemlich immer gute Laune mit."

Was ist Kunst?

Alles und Nichts.

Wie sind Sie zur Kunst gekommen

Die Kunst war doch schon immer da. Ich würde eher sagen, dass sie mir ständig zugeflüstert hat und ich dem neugierig gefolgt bin, es noch immer tue. Es gab nie den einen Moment, wo ich gesagt habe „Ich will Künstlerin werden“ oder „Ich bin jetzt eine Künstlerin“. Denn ich finde, alle Menschen sind KünstlerInnen in ihrer eigenen Lebendigkeit. Bei mir ist es eben vor allem die musikalische Kunst auf der Klarinette.

Kommt Kunst von können, müssen oder wollen?

Ich finde, es ist ein Spiel aus allen drei. Mal mehr das eine, mal das andere und manchmal weder noch. Das Spielen ist sowieso essenziell für die Kunst. Wenn wir spielen, können wir vieles (er)schaffen und gleichzeitig merken wir, wo es Grenzen gibt. Wir müssen uns zuerst darauf einlassen und das geht nur, wenn wir es auch wollen. Sonst funktioniert das Spiel nicht.

Wo würden Sie am liebsten auftreten?

In einer Lichtung in einem Wald, indem es duftet und raschelt und gleichzeitig alles still ist.

Mit wem würden Sie gerne zusammenarbeiten?

Mit Menschen, die ihr Herz für andere öffnen. Dabei denke ich vor allem an Kinder. Aber eine Zusammenarbeit mit Sting wäre schon etwas ganz Besonderes.

Wie viel Markt verträgt die Kunst?

Dabei muss ich an einen Marktplatz denken, auf dem alles verscherbelt und wo gefeilscht wird. Das ist einerseits lustig, aber andererseits traurig, weil die Dinge meist unter ihrem Wert verkauft werden. Doch um auch die Kunst, und vor allem die Musik, weiterzuentwickeln, braucht es Plattformen und den Austausch. Und wo geht das besser als am Markt?

Und wie viel Kunst verträgt der Markt?

Der ist unersättlich. So individuell alle Menschen sind, so individuell ist doch auch der Markt. Auch wenn es nicht immer den Anschein hat. Aber mit allen Kulturen und deren Vermischungen bleibt es spannend und interessant. Warum das begrenzen?

Wofür würden Sie Ihr letztes Geld ausgeben?

Essen für jemand anderen zu kaufen.

Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?

Diese Frage hat mich schon vor 10 Jahren genervt. Ich hoffe mal, ich sitze glücklich im Orchester, habe ein paar Herzensprojekte am Laufen und Familie und Freunde, mit denen ich regelmäßig feiere. Das letzte ist in 20 Jahren hoffentlich auch noch so.

Haben Sie einen Plan B?

Plan B, Plan C, Plan XYZ. Ich plane immer viel zu viel, aber Pläne sind da, um geändert zu werden. Solange ich mich gebraucht und gefordert fühle, ist der Platz, an dem ich bin, gut. Wo genau der ist, weiß ich nicht, aber Plan A läuft gerade ziemlich gut.

Wann und wo sind Sie das letzte Mal unangenehm aufgefallen?

Das können andere sicher besser beurteilen. In Gesprächen passiert mir das sicher öfter als ich glaube...

Wollen Sie die Welt verändern?

Jeden Tag.