Sophia Latysheva

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Sophia Latysheva

geboren in Lipetsk, lebt und arbeitet in Wien.

Arbeitsvorhaben

Im Sommer beende ich mein Trans Arts Studium an der Uni für angewandte Kunst mit dem MA. Im Juli nehme ich an der Gruppenausstellung im Brut-Theater teil und im November habe ich die Einzelausstellung im Einstellungsraum in Hamburg. Neue Bildwerke werden mit der Forschungsphase im September gestartet. Im Januar 2023 habe ich mit der Choreografin Asher O‘Gorman einer Koproduktion am Brut-Theater. Mit der Choreografin Lisa Colette Bysheim nehme ich im Juli 2022 an WRAP Residency in Bergen teil

Kommentar der Künstlerin

Die künstlerische Arbeit von Sophia Latysheva ist geprägt von einer anhaltenden Faszination für das Thema des menschlichen Körpers als komplexes Feld von Machtbeziehungen. Ihre Forschung umfasst insbesondere die Bereiche Disability Studies, Queer Theory und Ethik. Ihre Skulpturen fragmentieren das Bild des menschlichen Körpers. Dadurch versucht Sophia, die Definition der inhärenten menschlichen Integrität zu dekonstruieren. Ihre Arbeiten stellen das Konzept der Fluidität des Werdens in den Fokus.

IN THE BOSSOM OF YOUR WINGS

IN THE BOSSOM OF YOUR WINGS 2021 Gips, Metall

In der Arbeit In the Bossom of Your Wings, 2021, sind zwei organische, dünne Formen in einer Metallstruktur verbunden und einander gegenübergestellt. Die Gipsabdrücke auf den gegenüberliegenden Seiten schweben um eine zentrale Stange, die ihnen ein Moment der Rotation und Bewegung verleiht. In dieser Arbeit nimmt Latysheva Abgüsse von zwei Gegenstücken des menschlichen Torsos, wie zum Beispiel der linken und rechten Rippe. Durch die Arbeit mit dem Negativabdruck der Körperformen wird die Form des menschlichen Körpers invertiert, was eine unmittelbare Wiedererkennung erschwert. In dieser Arbeit wird der Abdruck der Rippen auf die Achselhöhlen und den Oberarm ausgedehnt. Was vorher eine Vertiefung war, wird zu einer Anhöhe. Im Gegensatz zum kohärenten Bild der menschlichen Anatomie sind die Abdrücke dieser Körperteile weit voneinander entfernt. Es ist ein Bild des umgedrehten Körpers, indem die frühere physische Präsenz noch in den Spuren der Hauttextur zu sehen ist. Die Räumlichkeit zwischen zwei körperlichen Formen vermittelt ein Gefühl der Überschreitung von Körpergrenzen.

LATYSHEVA

Aus dem Interview:

Hauptsächlich arbeite ich mit einer Technik, Körperabdrucke zu nehmen und deswegen habe ich einen Kontakt mit Körpern, der sehr intim ist und auch fragil ist.

LAUREL CROWN

LAUREL CROWN 2021 Silikon, Metall

Laurel Crown, 2021, ist ein Werk, das zur Skulpturenserie The Cradle gehört. In diesem Werk erforscht Sophia Latysheva die Extreme menschlicher Erfahrungen, die durch die geringste Verschiebung der Subjekt-Objekt-Beziehungen geprägt sind. Mit visuellen Bezügen zu verschiedenen medizinischen Verfahren fängt Latysheva‘s Arbeit die Verletzlichkeit des menschlichen Körpers ein. Laurel Crown zeigt eine Lumbalpunktion, bei der eine durchscheinende organische Form mit Metallstäben durchbohrt wird

LATYSHEVA

2022

  • Putting the Garden to Sleep als Teil von Performance Fiction Festival, Toihaus Theatre, Salzburg

2021

  • Braces, Chambre d’Ami·xes, Laurenz Art Space, Wien
  • Alula, INTÉRIEUR A Tribute To Erwin Hauer, Club Club, Wien
  • In the bossom of your Wings, inframince | infra-mince | infra mince, Heiligenkreuzerhof, Wien
  • Putting the Garden to Sleep, Skogen Theatre, Gothenburg
  • Putting the Garden to Sleep, Inkonst Theatre, Malmo

2020

  • Burden, Oh yah, Humanity, Kunstnernes Hus Oslo, Oslo
  • Spiral Shell, Vienna Contemporary Art Fair, Wien
  • YOU ARE WITHIN ME, Einzelausstellung, Kunstraum am Schauplatz, Wien
  • Cradle, Thomas Supper and Sophia Latysheva, Laurenz Kunstraum, Wien

2019

  • The Wall, Einzelausstellung, Elektrozavod Gallery, Moskau
SPIRAL COLUMN

SPIRAL COLUMN 2021 Gips, Metall

In der Arbeit Spiral Column, 2021, sind skulpturale Elemente aus Gips in Metallkorsagen aufgehängt, die diese fragilen organischen Formen durchbohren. Diese beiden Objekte sind aus der Ferne an der Wand montiert und hängen über1einander. Gemeinsam rahmen sie eine eiförmige Form zwischen sich ein. Es ist kein Zufall, dass diese beiden Skulpturen wie umgekehrte Versionen voneinander erscheinen, denn die Gipselemente sind die Abgüsse des menschlichen Rückens und der Brust, die den menschlichen Torso umschließen. Die organischen und zerbrechlichen Qualitäten der Körperfragmente kontrastieren mit der sterilen Qualität der sie umgebenden Metallstrukturen. Mit mehreren Schrauben, die entlang der Mittellinie der Abgüsse gebohrt sind, und dem gebogenen Metallstab, der die Mittellinie verlängert, erinnert Spiral Column an eine Wirbelsäulenversteifungsoperation.

LATYSHEVA

2018

  • Kamikaze, ScukptFest, Carving Studio & Sculptural Centre, Vermont

2017

  • Horizontal Column, Contrast|Construct, Jungkunst Biennale, Mars Art Center, Moskau

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