Andreas Gabalier

PICTUREDESK.COM/DANIEL SCHARINGER

Neu im Archiv

Andreas Gabalier

Man kann gewiss darüber streiten, ob bei Andreas Gabalier der Terminus "Pop" angebracht ist, aber das "Lexikon der österreichischen Popmusik" zieht die Grenzen weit. Und zwischen Jazz, Rock, Folklore- und Kommerz-Pop und Avantgarde ist viel Platz für den mit Abstand erfolgreichsten Vertreter volkstümlicher Musik (mit unscharfer Grenzziehung zu Schlager, Rock'n'Roll und Alpin-Pop) österreichischer Provinienz. Er selbst etikettiert sein Schaffen als "Volks-Rock'n'Roll".

Gewiss: provokant. Aber was macht Gabalier so umstritten? Im November 2024 feierte der 1984 in Friesach in Kärnten geborene Sänger, Texter und Komponist seinen 40. Geburtstag. Mit 24 Jahren spielte er erste Live-Konzert, nachdem der damalige Jus-Student zwei in einem Hobbystudio aufgenommene Stücke beim ORF-Landesstudio Steiermark platziert hatte. Ab da begann ein rasanter Aufstieg: das Debut-Album erreichte innerhalb eines Monats Goldstatus und kletterte bis auf Platz vier der Austria Top 40. Insgesamt verblieb "Da komm' ich her" 260 Wochen in den Charts und erhielt Fünffach-Platin.
Der Erfolgslauf riss seither nie mehr ab. Allein in Österreich hat Andreas Gabalier über zwei Millionen Tonträger verkauft. Er trat als erster heimischer Künstler in der Reihe "MTV Unplugged" auf, im August 2022 verkaufte er für ein einzelnes Konzert auf dem Münchner Messegelände 100.000 Tickets - mehr als jeder österreichische Star zuvor. TV-Shows im deutschsprachigen Raum beglückte er nach Belieben.
Der rechte Künstler zur rechten Zeit? Er selbst "will nicht als rechtskonservativ oder reaktionär wahrgenommen werden", vermerkt sein Wikipedia-Eintrag. Vorwürfe, Andreas Gabalier bediene mit seinen Texten und in Interviews eine "Echokammer für Rechtspopulisten", wie sie der deutsche Kulturforscher Jens Wietschorke - als einer von vielen Kritikern - erhob, kontert Gabalier beharrlich und vehement.

Walter Gröbchen

Übersicht