ORF/JOSEPH SCHIMMER
Im Gespräch | 28 06 2018
Kari Polanyi-Levitt
"Zeit von Trump, Brexit und Co ähnelt den 1930er Jahren" - Renata Schmidtkunz im Gespräch mit der Ökonomin Kari Polanyi-Levitt.
28. Jänner 2026, 11:24
Geboren wurde sie 1923 im "Roten Wien". Ihr Vater war der "Vordenker aus der Vorgartenstrasse", der linke Ökonom und Journalist bei der Tageszeitung "Der Österreichische Volkswirt", Karl Polanyi. Ihre Mutter war die polnisch-ungarisch-kanadische Widerstandskämpferin, Journalistin, Übersetzerin und Historikerin Ilona Duczynska. Dass auch in ihren Genen das Aufbegehren steckt, ist also nicht weiter verwunderlich. Kari Polanyi verließ Wien Richtung London und Kanada, als sie zehn Jahre alt war.
Bis heute beschäftigt sie sich mit dem großen wirtschaftswissenschaftlichen Erbe ihres Vaters. Sein Standardwerk "The Great Transformation" aus dem Jahr 1944 beschreibt, warum Regierungen in Europa als Reaktion auf den zunehmenden Druck des Marktes in den Faschismus marschiert sind. Dazu gibt es Parallelen zur Globalisierung von heute, sagt Kari Polanyi-Levitt im Gespräch mit Renata Schmidtkunz.
Als Professorin für Ökonomie an der McGill-Universität in Montreal, Kanada, war und ist sie spezialisiert auf die Entwicklungen der Ökonomie in der Karibik. Sie besteht darauf, dass es an der Zeit ist, dass Länder das Recht haben, ihre wirtschaftliche Entwicklung mitzubestimmen.
