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Im Gespräch | 04 08 2005
Erich Fried
Thomas Rothschild im Gespräch mit Erich Fried. (Erstausstrahlung am 18. November 1993)
3. Februar 2026, 13:03
Erich Fried zählte in den siebziger und achtziger Jahren zu einem der meistbeachteten Vertreter der politischen Lyrik im deutschen Sprachraum. Fried wurde 1921 in Wien geboren. Im Sommer 1938 musste er nach England flüchten. Sein Vater wurde von den Nazis erschlagen.
Mit seiner Lyrik hat sich Erich Fried wie kein zweiter Dichter durch mehr als 20 Jahre politisch eingemischt. Er wurde ebenso verehrt wie angefeindet. Vielleicht auch deshalb, weil er den Elfenbeinturm der Poeten verlassen hatte, oder genauer gesagt, dort nie eingezogen war. Manche der Gedichte Frieds haben geradezu den Charakter von Sprichwörtern angenommen: "Wer will, dass die Welt so bleibt wie sie ist, der will nicht, dass sie bleibt."
Der in Deutschland lebende österreichische Literaturwissenschafter Thomas Rothschild führte das Gespräch mit Erich Fried am 11. Dezember 1986 im Stuttgarter Schlossgartencafé, zwei Jahre vor dessen Tod. Es sollte als Materialgrundlage für eine Publikation dienen, die Rothschild, der seit 1965 mit Fried befreundet war und ihn regelmäßig traf, zwar geplant hatte, die aber nicht zu Stande kam. Es wurden also keine vorbereiteten Fragen gestellt und auch auf technische Perfektion wurde nicht geachtet, weil an eine Ausstrahlung im Radio damals nicht gedacht wurde. Dieses Gespräch ist erstmals im November 1993 in dieser Sendereihe der Öffentlichkeit vorgestellt worden.
Erich Fried verstarb 1988 in Baden-Baden.
