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„Habemus Papam!“

Macht und Herrlichkeit - der Ö1 Popecast

Die zweite Staffel des Ö1 Popecasts „Macht und Herrlichkeit“ geht online.

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Der Ö1 Popecast

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Die neue Staffel ist online ab 6. Mai 2026

„Habemus Papam!“ Mit diesen Worten wurde am 8. Mai 2025 wieder einmal die Wahl eines neuen Papstes verkündet. Zum ersten Jahrestag von Papst Leo XIV. setzt der Ö1 Popecast „Macht und Herrlichkeit“ jetzt seine Zeitreise zu entscheidenden Wendepunkten der Kirchengeschichte fort. Den Anfang machen die 14 Päpste namens Leo.

Die zweite Staffel des Videopodcasts beginnt im Jahr 452. Die Hunnen sind in Italien eingefallen und bedrohen Rom. Papst Leo I. („der Große“) stellt sich ihnen allein in den Weg und bewegt König Attila zur Umkehr. Auf den ersten Blick ist das eine typische Heiligenlegende: Frommer Mann stoppt mit Gottes Beistand blutrünstigen Tyrannen.

Doch die Legende enthält auch eine politische Botschaft: Der Papst beschränkt sich schon im 5. Jahrhundert nicht auf die geistliche Sphäre. Damit können spätere Päpste ihre weltlichen Herrschaftsansprüche untermauern. Robert Francis Prevost hat sich also mit der Wahl seines Namens in eine Reihe sehr interessanter Persönlichkeiten gestellt: Der dritte Leo - beispielsweise - hat Karl den Großen zum Kaiser gekrönt, und Leo X. hat den Reformator Martin Luther exkommuniziert. In dieser Reihe steht aber auch Leo XIII. (1878–1903): Er hat sich als erster Papst mit den Folgen der industriellen Revolution befasst - und damit die katholische Soziallehre begründet.

Popecast: Markus Veinfurter und Lena Göbl - Anne Boleyn

Markus Veinfurter und Lena Göbl bei den Aufnahmen zum Ö1 Popecast "Macht und Herrlichkeit" im Ö1 Studio.

ORF/URSULA HUMMEL-BERGER

Ringen um Wahrheit zwischen Macht und Machterhalt

Im Ö1 Popecast geht es also um Macht und Machterhalt, um das ewige Intrigenspiel am päpstlichen Hof - aber auch um das ehrliche Ringen mit der Frage nach der Wahrheit, dem rechten Glauben und dem richtigen Weg für die Kirche.

Vor 900 Jahren steckt Gregor VII. noch in einem komplexen Machtkampf mit dem Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, im sogenannten Investiturstreit. Barfuß und im Büßerhemd muss Heinrich IV. den Papst um Vergebung bitten. Mit dem – bis heute sprichwörtlichen – Canossagang beginnt eine Entwicklung, die zu der Forderung nach der Trennung von Kirche und Staat führen sollte, die freilich bis heute nicht ganz abgeschlossen ist. Das zeigt sich auch außerhalb des römisch-katholischen Bereichs: An der Spitze der Kirche von England steht bis heute der König. Vor 500 Jahren erklärt sich Heinrich VIII. zum Oberhaupt der Kirche von England, nachdem ihm Papst Clemens VII. die Annullierung seiner Ehe mit Katharina von Aragon verweigert hat.

Der Wandel des Papsttums hat einen Namen

Die 14 Päpste namens Leo illustrieren gleichzeitig den Wandel des Papsttums – vom politischen Machtfaktor zur moralischen Autorität. Die Päpste setzen dabei immer stärker auf mediale Präsenz und nützen die Mittel ihrer Zeit: Im 19. Jahrhundert sind es kleine Porträts für den Herrgottswinkel. Im 20. Jahrhundert dringt Johannes Paul II. mit seinen Reisen über das Medium Fernsehen in jedes Wohnzimmer vor. Und heute kommuniziert Papst Leo über seinen Instagram Account mit seinen 14 Millionen Followern.

Gestaltung

  • Markus Veinfurter