KAZUKI IKEGAMI
Ö1 Talentebörse
Ö1 Talentebörse-Kompositionspreis 2026 an Reina Yoshioka
Siegerin des Ö1 Talentebörse-Kompositionspreises 2026 ist Reina Yoshioka von der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Die Nachwuchsförderung ist mit 10.000 Euro dotiert und wird von der Oesterreichischen Nationalbank unterstützt.
28. Mai 2026, 19:31
Die Gewinnerin wird mit der Komposition eines kammermusikalischen Werks beauftragt, das im Sommer 2027 uraufgeführt wird. Darüber hinaus erhält sie ein Abonnement für das Publishing-Tool scodo des Musikverlages Universal Edition für zwei Jahre kostenlos und wird damit in das Verlagsportfolio aufgenommen.
Der in dieser Form einzigartige Ö1 Preis wurde heuer zum elften Mal ausgeschrieben und wendet sich an Kompositionsstudierende der fünf österreichischen Musikuniversitäten. Die mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, die Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien (MUK), die Anton Bruckner Privatuniversität, die Universität Mozarteum Salzburg und die Kunstuniversität Graz (KUG) haben je zwei Studierende nominiert.
Gewinnerin im zweiten Anlauf
Die 1998 in Japan geborene Reina Yoshioka ist Violinistin und Komponistin und war bereits 2025 Finalistin des Ö1 Talentebörse-Kompositionspreises. Derzeit studiert sie Instrumentalkomposition bei Oscar Bianchi an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Ihre Werke wurden unter anderem im Musikverein Wien sowie beim "Echoes of Tradition Recital" in Malaysia aufgeführt. Seit Juli 2025 ist sie Akademistin des ORF Radio-Symphonieorchesters Wien.
Jurybegründung
Reina Yoshioka kreiert in ihrer Musik einen virtuosen Dialog zwischen Hoch- und Populärkultur. Dabei verknüpft sie unterschiedliche zeitliche und kulturelle Aspekte und verwandelt sie zu geheimnisvollen Fantasiewelten. In ihren Kompositionen zeigt sich ein komplexes klangliches Vorstellungsvermögen. Gleichzeitig erkannte die Jury in ihrem kompositorischen Handwerk ein starkes künstlerisches Fundament. Instrumentale Meisterschaft verzerrt bei Yoshioka die künstlerische Idee nicht, sondern vergoldet ihre sehr persönliche Musiksprache.
Die Jury möchte weiters die hohe Qualität der nominierten Komponistinnen und Komponisten hervorheben. Die Breite der unterschiedlichen stilistischen Ansätze zeigt sich auch im Werk der Siegerin und der zwei Komponistinnen, die die Jury noch lobend erwähnen möchte: Tina Geroldinger (Universität Mozarteum Salzburg) erforscht unerschrocken und fantasiereich intermediale Aspekte des Komponierens. Neben Klang bindet sie auch visuelle Elemente in der Notation sowie in den Aufführungskonzepten ein. In der Musik von Mahak Sadeghzadehpishjari (Kunstuniversität Graz) spiegelt sich eine vielfältige künstlerische Persönlichkeit; ihr Werk ist geprägt von starker schöpferischer Energie, die es ihr ermöglicht, dramaturgische Spannung auch über größere Strecken hinweg zu halten.
Die Jury des Kompositionspreises 2026
- Wen Liu (Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien)
- Margareta Ferek-Petric (Universität für Musik und darstellende Kunst Wien)
- Davor Vince (Kunstuniversität Graz)
- Daniel Hochreiter (Anton Bruckner Privatuniversität)
- Mirela Ivicevic (Universität Mozarteum Salzburg)
- Sylvie Lacroix (Oesterreichische Nationalbank)
- Martina Kaiser-Gruber (Universal Edition)
- Rainer Elstner (Ö1 Musikredaktion)
- Hans Groiss (Ö1 Talentebörse)
Die Jury bei ihren Beratungen
ORF/JOSEPH SCHIMMER
Die Finalistinnen und Finalisten
- Atousa Falamarzian (Anton Bruckner Privatuniversität)
- Dominik Wilnauer-Leitner (Anton Bruckner Privatuniversität)
- Jieun Jeong (Kunstuniversität Graz)
- Mahak Sadeghzadehpishjari (Kunstuniversität Graz)
- Parsa B. Sabet (Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien)
- Edwin Daniel Zúniga Flores (Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien)
- João Pinto (Universität für Musik und darstellende Kunst Wien)
- Reina Yoshioka (Universität für Musik und darstellende Kunst Wien)
- Tina Geroldinger (Universität Mozarteum Salzburg)
- Johannes Brömmel (Universität Mozarteum Salzburg)
Alle Porträts der Finalistinnen und Finalisten finden Sie hier.
Der Ö1 Preis stellt einen Kompositionsauftrag für ein kammermusikalisches Werk in der Länge von 10 bis max. 20 Minuten dar, das auch elektronische Musik einschließen und bis zu fünf Instrumente umfassen kann.
Uraufführung beim Ö1 Musiksalon
Die Uraufführung des neuen Werks wird 2027 im Rahmen des "Ö1 Musiksalon" stattfinden. Als Besonderheit muss die Komposition eines der Streichinstrumente aus den Gruppen Violine, Bratsche oder Cello beinhalten. Denn die OeNB stellt aus ihrer europaweit einzigartigen Sammlung kostbarer alter Instrumente eines davon für die Uraufführung zur Verfügung. Seit 2024 wird der Ö1 Talentebörse-Kompositionspreis jährlich ausgeschrieben.
Yoshioka wird in der Ö1 Sendung "Zeit-Ton Magazin" am Sonntag, 31. Mai 2026 um 19:05 Uhr vorgestellt. Porträts aller Finalistinnen und Finalisten wurden und werden im Mai ebenfalls in der Ö1 Sendung "Zeit-Ton Magazin" gesendet.
Service
Anton Bruckner Privatuniversität Linz
Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien
Universität für Musik und darstellende Kunst Graz
Universität für Musik und darstellende Kunst Wien
Universität Mozarteum Salzburg
Universal Edition
Österreichische Nationalbank - Sammlung historischer Streichinstrumente
