Tina Geroldinger

RADLWIMMER

Ö1 Talent im Porträt

Tina Geroldinger

Zehn Komponierende waren im Finale des Ö1 Talentebörse-Kompositionspreises, der mit 10.000 Euro dotiert ist und von der Oesterreichischen Nationalbank unterstützt wird. Die Finalist:innen wurden jeweils von einer der fünf österreichischen Musikuniversitäten nominiert. In "Zeit-Ton" werden die Komponist:innen porträtiert.

Junge Künstlerinnen und Künstler im Porträt

Geboren im Jahr: 2000
in: Linz

Zur Musik gekommen bin ich: durch meine Eltern. Die haben mich schon, als ich noch im Bauch war, zu Konzerten und ins Theater mitgenommen. Als kleines Kind hat mich dann die Trompete total begeistert, und so bin ich von Blech- und Blasmusik über Musicals zur symphonischen Musik gekommen und dann neugierig geworden, was die zeitgenössische Musik betrifft.

Meine Universität: Universität Mozarteum Salzburg
Studium bei: Sarah Nemtsov

Künstlerische Inspiration bekomme ich: Teil aus anderen Künsten, insbesondere aus der bildenden Kunst, dem Objekt Theater und dem Tanz, und aus dem, was sie in mir auslösen. Und zu einem großen Teil durchs Neugierig sein, Spiel und Experimentierfreude und einfach mit offenen Augen und Ohren durch die Welt flanieren.

Lieblingsinstrument: Trompete

Bevorzugte Besetzung: alles mit Harfe. Und Ensembles, die Lust darauf haben, mit jeglichen Klangobjekten zu spielen, auch offen für improvisatorische Elemente sind und die einfach genauso neugierig sind wie ich.

Lieblingsinterpret oder -interpretin: David Tudor

Ein musikalischer Gänsehaut-Moment ist: so ein Knistern, was nicht im Vorhinein am Papier zu finden ist, sondern was nur im Moment mit und durch Menschen entstehen kann.

Wenn ich einen Komponisten/eine Komponistin (tot od. lebendig) etwas fragen könnte: Ich würde gern John Cage oder Earl Brown fragen, ob sie mich zu einer von den privaten Studiovorstellungen von Alexander Calders Miniaturzirkus mitnehmen könnten.

Wenn ich gerade nicht musiziere: erfreue ich mich an meiner kleinen Unterwasserwelt mit Pianoschnecken und Zwerggarnelen.

Ich höre beim Spazieren: meine Gedanken rattern
zum Einschlafen: Stille
zum Aufwachen: den Wecker gefolgt von Stille und dann das Säuseln vom Wasserkocher.
Nie: nichts

Ich wünsche mir: mehr Raum für das Miteinander von Musiker/innen und Komponist/innen, bereits während der Entstehung neuer Werke, auch im Austausch mit Instrumentenbauer/innen. Und letztendlich eben eine Form des Musizierens, die über die Partitur hinausgeht.

Mein größter Erfolg bisher ist: „Ink Still Wet“ in Grafenegg 2023

Ich empfehle mein Werk: „k.o.h l e n mund.“ Eine multimediale- und sensorische Vernetzung von Impulsen für acht Solist:innen und Bilderorgel. Die Bilderorgel ist ein Instrument, das ich mit und für dieses Stück entworfen habe, das man wie ein normales Keyboard spielt, aber keine hörbaren Töne von sich gibt, sondern meine Zeichnungen als Tonmaterial, auf welches die Musikerinnen wiederum reagieren.

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