Arina Grinevich Talentebörse

ARTEM EFIMOV TSATSIN

Ö1 Talentebörse

Arina Grinevich, Experimentelle Kunst

In Kooperation mit den österreichischen Kunstuniversitäten präsentiert Ö1 junge Kunst-Talente Österreichs. Arina Grinevich studiert Experimentelle Kunst an der Kunstuniversität Linz.

Junge Künstlerinnen und Künstler im Porträt

Meine Kunst ist sehr persönlich und steht in Verbindung mit meinen Lebenserfahrungen, mit Einwanderung, mit Politik, mit Veränderung.

Was ist Kunst?

Kunst ist individuelle Wahrnehmung, sie ist gemeinsame Erfahrung und Vision, sie ist ein Rahmen ohne Rahmen.

Kommt Kunst von können, müssen oder wollen?

Ich glaube, Kunst entsteht nur, wenn alle drei Aspekte gleichzeitig da sind. Bei mir ist es immer: weil ich es will, weil ich kann und weil ich es tun werde.

Wie sind Sie zur Kunst gekommen?

Als Vierjährige bekam ich Panikattacken, weil mir ein Junge im Kindergarten Angst machte, als er mir erklärte, dass alle Menschen sterben würden. Um mir zu helfen, haben mich meine Eltern in einer Kunstschule angemeldet. Und das hat sich sowohl für meine psychische Gesundheit als auch für meine berufliche Laufbahn ausgezahlt, auch wenn daran damals niemand gedacht hat :)

Was ist für Sie notwendig, um kreativ sein zu können?

Meine Kreativität entspringt meiner Offenheit gegenüber unerwarteten Wendungen, die das Leben bereithält. Meine Präsenz und Aufmerksamkeit für Dinge und Situationen erwecken meine Kunst zum Leben.

Fällt es Ihnen leichter ein Projekt zu beginnen oder abzuschließen und warum?

Es fällt mir so schwer, irgendetwas zu Ende zu bringen, haha. Vielleicht ist das der Grund, warum sich die meisten meiner Projekte ständig verändern und in gewisser Weise endlos sind. Ich würde also sagen, ich liebe es, endlose Projekte anzufangen, die vielleicht erst mit meinem Tod enden – oder vielleicht auch dann nicht, wer weiß das schon.

Welches Geräusch beschreibt Ihre Arbeit am besten?

The sound of bleaching out.

Wo würden Sie am liebsten auftreten/inszenieren/ausstellen/performen?

Vor einem Jahr habe ich das Guggenheim-Museum besucht und war von dem Gebäude begeistert. Ich würde mir wünschen, dort einmal auftreten oder ausstellen zu können. Natürlich gibt es noch viele weitere Orte, die ich noch nicht gesehen habe, und ich freue mich immer über jede Gelegenheit, ausstellen oder auftreten zu können.

Mit wem würden Sie gerne zusammearbeiten?

Wenn es im Zusammenhang mit dem Museum wäre, würde ich sehr gerne eine Performance mit Richard Serra machen, auch wenn er nicht mehr unter uns ist. Ich arbeite auch viel mit Kommiliton:innen zusammen und schätze die Zusammenarbeit und die Arbeit im Team sehr.

Was soll Ihre Kunst bei anderen auslösen?

Ich wünschte, meine Praxis könnte die Menschen glücklicher und friedvoller machen. Aber alle Gefühle haben auf ihre Weise etwas Großartiges, und wie ich bereits gesagt habe, bin ich sehr offen für alles, was kommt.

Ein Risiko, das ich mir erlaube, ist…

...trusting the process und Veränderungen mit Gelassenheit zu begegnen.

Wann haben Sie zum letzten Mal etwas zum ersten Mal gemacht?

In diesem Frühling habe ich zum ersten Mal Tomaten aus Samen gezogen. Das war gar nicht so einfach!

Worüber haben Sie zuletzt laut gelacht?

Als ich gestern Abend ein Fußballspiel gegen meine Freunde gewonnen habe, obwohl ich ja eigentlich total schlecht im Fußball bin, zumindest dachte ich das, ahhahah.

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