ORF/JOSEPH SCHIMMER
Ö1 Talentebörse
Una Nowak & Marko Kerezović, Schauspiel
In Kooperation mit den österreichischen Kunstuniversitäten präsentiert Ö1 junge Kunst-Talente Österreichs. Una Nowak und Marko Kerezović studieren Schauspiel an der Musik und Kunst Privatuniversität Wien.
2. September 2026, 07:55
Junge Künstlerinnen und Künstler im Porträt
Una Nowak
Geboren: 1998 in Wien
Aktuelles Studium: Schauspiel, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien
Mein größter Erfolg: Lecken3000/Sexplanation
Marko Kerezović
Geboren: 2002 in Schwarzach im Pongau, Salzburg
Aktuelles Studium: Schauspiel, Musik und Kunst Privatuniversität Wien
Mein größter Erfolg: Schauspielerei meinen Beruf nennen zu dürfen
Was ist Kunst?
Nowak: Kunst ist das Resultat vieler, vieler kreativer Prozesse und Gedankengänge - egal, wie diese ausgehen!
Kerezović: Kunst ist für mich die wichtigste Ausdrucksform, die wir als Menschheit haben. Sie ist ein Sprachrohr für alle, aber vor allem auch für Menschen, die im alltäglichen Leben nicht gehört und nicht gesehen werden. Sie kann unterhalten, empören, faszinieren und im Idealfall das Publikum immer zum Nachdenken anregen. Das Einzige, was sie nicht kann, weil sie so Grund auf menschlich ist: von KI generiert werden!
Kommt Kunst von können, müssen oder wollen?
Nowak: Ich glaube, mir würden viele Künstler*innen zustimmen: Kunst braucht alle drei!
Kerezović: Ich glaube, es ist eine Mischung aller drei Dinge. Das Können sehe ich als die „unwichtigste“ Komponente, da sie so subjektiv ist. Was Können ist und wer „es“ hat, kann ich wirklich nicht entscheiden. Das Wollen ist schon viel wichtiger. Man muss etwas erzählen wollen, etwas teilen wollen, die Menschen bewegen wollen. Ohne dem Wollen hat die Kunst keinen Motor und kommt nirgends hin. Und das aller Wichtigste für mich ist das Müssen, aber nicht in einem negativen Kontext. Kunst zu machen und erzählen zu können, was man erzählen will, ist ein Privileg. Dieses Privileg müssen wir vor allem in diesen Zeiten, in denen Populismus und Zensur wieder ihr Unwesen treiben, nutzen und schützen. Wir müssen Kunst machen, wir müssen laut bleiben.
Wie sind Sie zur Kunst gekommen?
Nowak: Ich wurde geboren und es war klar! Meine Eltern und ich hatten also nicht wirklich eine Wahl.
Kerezović: Ich war künstlerisch schon immer in alle Richtungen interessiert. Ich spielte seit der Volksschule Theater und begann gleichzeitig Schlagzeug zu spielen. Ich sang 12 Jahre lang im Schulchor und tanzte auch immer schon eher schlecht als recht auf Partys, aber dafür mit viel Überzeugung!
Was ist für Sie notwendig, um kreativ sein zu können?
Nowak: Ein Umfeld, dass mich kreativ sein lässt und eine Not, mich auszudrücken. Ideal auch keine Geldsorgen. Kurzum: alle wären kreativ, wenn nur die scheiß Miete nicht wäre!
Kerezović: KollegInnen und eine Möglichkeit, herumzublödeln und zu scheitern. Meine besten Impulse oder Ideen bekomme ich immer dann, wenn ich mit KollegInnen die lustigsten, skurrilsten Einfälle hin- und herwerfe. Genau in dem gemeinschaftlichen Prozess kommt man zufällig auf tolle Konzepte, die mir alleine niemals eingefallen wären.
Welches Geräusch beschreibt Ihre Arbeit am besten?
Nowak: Ein Korkenzischen und -knallen von einem besonders guten Tropfen!
Kerezović: Als Schauspieler würde ich sagen ein ganz lautes Stimmengewirr vieler SpielerInnen und viel Gelächter.
Wo würden Sie am liebsten auftreten/inszenieren/ausstellen/performen?
Nowak: Super gerne mal am National Theatre in London. Britisches Theater fasziniert mich. Im deutschsprachigen Raum auch das Thalia Theater, Schaubühne, Münchner Kammerspiele…. Am liebsten würde ich aber meine eigene Serie schreiben sowie produzieren!
Kerezović: Da ich aus Salzburg komme, ist es schon ewig ein Traum von mir bei den Salzburger Festspielen mitspielen zu dürfen.
Mit wem würden Sie gerne zusammenarbeiten?
Nowak: Sandra Hüller oder auch Phoebe Waller-Bridge… auch von Andrew Scott könnte ich viel lernen!
Kerezović: Da habe ich momentan keine wirkliche Präferenz, da ich bis jetzt von all meinen KollegInnen und von allen RegisseurInnen, mit denen ich gearbeitet habe, immer unfassbar viel lernen konnte.
Ein Risiko, das ich mir nicht erlaube, ist…
Nowak: Wiener Grant am Arbeitsplatz. Kommt nicht so gut und ist nicht förderlich, so charmant er auch ist!
Kerezović: Meinen Beruf als Schauspieler und die Tatsache, dass ich momentan viel arbeite, als selbstverständlich zu betrachten.
Wann haben Sie zum letzten Mal etwas zum ersten Mal gemacht?
Nowak: Ist schon eine Weile aus. Folgt diesen Sommer!
Kerezović: Wahrscheinlich im Studium. Da habe ich von Meditation, über Bühnenkampf bis hin zu Tango tanzen vieles zum ersten Mal gemacht.
Worüber haben Sie zuletzt laut gelacht?
Nowak: Wahrscheinlich über irgendwelche Spompanadeln von meinem Bruder. Der ist ja meine Sonne!
Kerezović: Ich lache wirklich wegen der simpelsten Dinge extrem laut, da kann ich gar nicht Buch führen, worüber ich zuletzt gelacht hab.
