MIKE PATRICK AVERY
Jazznacht
Jazzfestival Saalfelden 2026 live!
Live-Übertragung der Konzerte des Darius Jones & Otomo Yoshihide Quintet sowie des Chicago Underground Duo aus dem Congress Saalfelden.
18. August 2026, 11:04
Ö1 Kulturtalk
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On Stage
Yvonne Moriel & Strange Motion beim Jazzfestival Saalfelden 2026 | 07 09 2026
Ö1 überträgrt erneut die beiden letzten Samstag-Konzerte live: Ab 22 Uhr ist im Congress Saalfelden die Bühnen-Premiere des Darius Jones & Otomo Yoshihide Quintet angesagt - der in Brooklyn lebende Altsaxofonist und der aus Yokohama stammende Gitarrist lassen mit Nick Dunston (Kontrabass), Gerald Cleaver (Schlagzeug) und Yasuhiro Yoshigaki (Schlagzeug) erstmals energiereiche Klangskulpturen entstehen.
Danach gibt es ein Wiederhören mit alten Bekannten: Das 1997 gegründete Chicago Underground Duo, bestehend aus Rob Mazurek (Trompete, Keyboards, Sampler) und Chad Taylor (Schlagzeug, Perkussion), das sich nach elfjähriger Veröffentlichungspause 2025 mit dem Album "Hyperglyph" zurückgemeldet hat, wird dem Abend in Saalfelden einen kraftvollen, farbenreichen Ausklang bescheren.
Zudem hören Sie Interviews und Ausschnitte aus dem freitägigen Eröffnungsprojekt "Strange Motion" von Saxofonistin Yvonne Moriel.
"Ich musste erst mal den Weg suchen, den ich gehen will"
Sie war eine logische Kandidatin: Mit der Tiroler Saxofonistin und Flötistin Yvonne Moriel erhielt eine der spannendsten österreichischen Newcomerinnen der letzten Jahre den Kompositionsauftrag zur Eröffnung des diesjährigen Jazzfestivals Saalfelden.
Yvonne Moriel
PAOLA LESSLHUMER
Moriel war und ist gesuchte Solistin u. a. in den Orchestern von Christoph Cech und Ralph Mothwurf, seit 2025 zudem Mitglied im international erfolgreichen Septett Shake Stew von Bassist Lukas Kranzelbinder. Und auch als Bandleaderin ihres eigenen Sweetlife Quartet ist die 34-jährige, in Wattens geborene Musikerin hervorgetreten, hier verschmilzt sie Jazz-Improvisation, Dub und elektronische Sounds zu einer anspruchsvollen Melange.
"Am Anfang war es schon schwierig. Im Jazz entsteht viel Wissen und Know-How durch das Umfeld - das hat mir als Quereinsteigerin gefehlt. Ich habe dann 2020 einfach angefangen eigene Musik zu machen und 2022 ein eigenes Projekt initiiert. Im Laufe desselben Jahres bin ich auch recht plötzlich in die Szene reingekommen, und ab da ist dann alles recht schnell gegangen. Davor hat es aber schon ein bisschen Zeit gebraucht, ich musste erst mal den Weg suchen, den ich gehen will", so Yvonne Moriel im "gehört"-Interview.
Quereinsteigerin als "Best Newcomer"
Hinter dem Begriff "Quereinsteigerin" verbirgt sich tatsächlich ein erstaunlicher Werdegang: Yvonne Moriel genoss von Kindheit an eine profunde klassische Musikausbildung, 2009 war sie zudem Tiroler Juniorenmeisterin im Kunsteislauf. Nach der Matura studierte Moriel einerseits Medizin in Innsbruck, andererseits klassisches Saxofon in Linz. Beide Studien schloss sie ab - nur um sich erneut Anderem zuzuwenden: Ab 2016 studierte sie Jazz-Saxofon an der Musik- und Kunst-Privatuniversität der Stadt Wien - und machte sukzessive in der Jazzszene von sich reden. 2024 erhielt Moriel den Österreichischen Jazzpreis in der Kategorie "Best Newcomer".
Nun also die Eröffnung des traditionsreichen Jazzfestivals in Saalfelden - der Ritterschlag für jeden Newcomer. Yvonne Moriel wird sie mit dem neuen Sextett Strange Motion bestreiten, mit Musikern und Musikerinnen, mit denen sie bisher - mit Ausnahme des Bassisten Manu Mayr - noch nie zusammengearbeitet hat.
"Jeder von uns gräbt nach neuen Klängen und Ideen und spielt damit."
"Im Endeffekt war die Auswahl von Intuition getragen - und davon, dass sich alle durch einen sehr eigenständigen und neugierigen Zugang zu Sound auszeichnen", so Moriel über die weiteren Mitstreiter:innen - den in Berlin lebenden griechischen Keyboarder Antonis Anissegos, die in London beheimatete niederösterreichische Harfenistin Miriam Adefris sowie den französischen Schlagzeuger Toma Gouband und seinen Berliner Kollegen Max Andrzejewski.
"Jeder von uns gräbt nach neuen Klängen und Ideen und spielt damit. Es ist mein Ziel, dass diese sechs Individuen in Saalfelden nicht einzeln, sondern als Einheit auf der Bühne stehen, als Ensemble, dessen Mitglieder einander durch Neugierde und Offenheit verbunden sind und gemeinsam in verschiedene Soundwelten eintauchen."
