Ekaterina Degot

STEIRISCHER HERBST/DANIEL KINDLER

Kulturjournal Spezial

Live vom steirischen herbst

Mit Ekaterina Degot, Susanna Niedermayr, Joris Kindler (polystructure), Raphaela Miklauc, Tina Geroldinger, Max Höfler und Andreas Unterweger.

Ein "Kulturjournal Spezial" live vor Publikum aus der Helmut List-Halle, einem der wichtigsten Veranstaltungsorte des Festivals musikprotokoll, das innerhalb des steirischen herbsts bis zum 11. Oktober stattfindet.

"Produktive Störung und fruchtbarer Streit " gehören zum steirischen herbst, seit das Festival 1968 gegründet worden ist - Ekaterina Degot hält seit Beginn ihrer Intendanz 2018 daran fest, den steirischen herbst als Plattform für künstlerische Avantgarden und politische Debatten zu positionieren. Den heurigen steirischen herbst hat sie unter das Generalthema "Red Flags" gestellt, also Warnzeichen politischer und gesellschaftlicher Umbrüche, die gelesen, interpretiert und konterkariert werden. Nächstes Jahr ist ihre letzte herbst-Ausgabe - bisher ist die Intendanz noch nicht ausgeschrieben worden.

ORF-Steiermark-Kulturchef Gernot Rath, „steirischer herbst“-Intendantin Ekaterina Degot und die „musikprotokoll“-Kurator:innen Susanna Niedermayr, Rainer Elstner und Fränk Zimmer

ORF-Steiermark-Kulturchef Gernot Rath, „steirischer herbst“-Intendantin Ekaterina Degot und die musikprotokoll-Kurator:innen Susanna Niedermayr, Rainer Elstner und Fränk Zimmer.

ORF/MUSIKPROTOKOLL/SCHOETTL

Musik unter Wasser

Als Kuratorin des musikprotokolls und Initiatorin der heurigen Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut CERN, berichtet Susanna Niedermayr gemeinsam mit dem Klangkünstler Joris Kindler vom Duo polystructure und mit der Kunstwissenschaftlerin Raphaela Miklauc über den eindrucksvollen CERN-Besuch. Aus den Dialogen von Künstlerinnen mit Forscherinnen in der "SciArt Dialogue Week Conference" im Jänner 2026 sind künstlerische Arbeiten entstanden, die beim musikprotokoll erstmals öffentlich präsentiert werden.

Die junge Komponistin Tina Geroldinger taucht mit ihrem neuen Stück, das im Auftrag von Cantando Admont und ORF musikprotokoll für den Konzertabend "Enigma" entstanden ist, in eine dunkle Zukunftsvision ab. Die Menschheit hat sich in die Tiefsee zurückgezogen, wo zwar wenig zu sehen ist, aber dafür Klänge besser als an der Erdoberfläche transportiert werden. Welche Instrumente braucht es dafür? Und wie klingt die musikalische Kommunikation unter Wasser? Das hat Tina Geroldinger mit Schülerinnen in einem Workshop erörtert - ihre Chor-Komposition "Quarzglas-Kuppelkugel" wird am Samstag uraufgeführt.

Max Höfler und Andreas Unterweger, Wenn wir was zu sagen hätten (2026), Installationsansicht

Max Höfler und Andreas Unterweger: "Wenn wir was zu sagen hätten" (2026)

STEIRISCHER HERBST/MATHIAS VÖLZKE

Ausstellung im Schnitzelhaus

Schließlich begrüßen wir im "Kulturjournal" noch die beiden Grazer Autoren Max Höfler und Andreas Unterweger, deren Zusammenarbeit für den steirischen herbst in der "Red Flags"-Ausstellung in einem ehemaligen Schnitzelgasthaus in Gries zu erleben ist. In fiktiven Wirtshausdialogen seit den 1970er Jahren bis heute veranschaulicht die Audioinstallation "Wenn wir was zu sagen hätten", dass "die Avantgarde und der Stammtisch schon immer dieselbe Postleitzahl hatten und man die Warnsignale ihres potenziellen Zusammenstoßes bereits bei einem Bier hören konnte."

Gäste:
Ekaterina Degot, Intendantin steirischer herbst
Susanna Niedermayr, Ö1 Musikredakteurin und Kuratorin musikprotokoll
Joris Kindler (polystructure), Klangkünstler
Raphaela Miklauc, Kunstwissenschafterin Universität Graz
Tina Geroldinger, Komponistin
Max Höfler, Autor, Kurator
Andreas Unterweger, Autor, Herausgeber "manuskripte"

Gestaltung