Im Gespräch
"Das Projekt der Moderne ist ein Weltzerstörungsprojekt". Renata Schmidtkunz spricht mit Claudia von Werlhof, Politologin und Frauenforscherin
22. April 2010, 21:00
Claudia von Werlhof hat das österreichische Patriarchat verstört: Die Professorin für Frauenforschung an der Universität Innsbruck geht in ihrer Kapitalismuskritik weiter als nur bis zu den Anfängen der Arbeiterbewegung. Schuld an der Misere der westlichen und in der Folge der ganzen Welt ist ihrer Meinung nach ein Patriarchat, das auf der Idee "Schöpfung durch Zerstörung" beruht.
Von Werlhof, die jahrelang in sogenannten "Entwicklungsländern" soziologische Forschung betrieben hat, stellt sich damit der Debatte um Globalisierung, Verteilung von Reichtum und Zerstörung der Umwelt als Folge kapitalistischen Wirtschaftens. Die Reaktionen auf ihre Thesen fallen dementsprechend heftig aus.
Im Gespräch mit Renata Schmidtkunz legt sie die wissenschaftlichen und philosophischen Grundlagen ihrer Theorien dar und entwickelt aus ökofeministischer Perspektive politische und wirtschaftliche Alternativen zum bestehenden Wirtschaftssystem.
Service
Buch-Tipps
Claudia von Werlhof, "Vom Diesseits der Utopie zum Jenseits der Gewaltt: Feministisch-patriarchatskritische Analysen - Blicke in die Zukunft?", Verlag Centaurus, Freiburg 2010, ISBN 978-3-8255-0754-1
Claudia von Werlhof, "West-End. Das Scheitern der Moderne als "kapitalistisches Patriarchat" und die Logik der Alternativen", Verlatg PapyRossa, Köln 2010, ISBN 978-3-89438-435-7
Rosalie Bertell, "Planet Earth: The Latest Weapon of War", in englischer Sprache, Quartet Books (UK), January 2002, ISBN-10: 0704344289 + ISBN-13: 978-0704344280
