Leporello

Menschen - Moden - Lebenskunst.
Marsch in den Mai * Blut für die Kultur

Marsch in den Mai
Im Österreichischen Museum für Volkskunde in Wien wird am 29. April die Ausstellung "Der Erste Mai. Demonstration - Tradition - Repräsentation" eröffnet, ein gemeinsames Projekt des Volkskundemuseums mit dem Verband Österreichischer Gewerkschaftlicher Bildung und dem Verein für Geschichte der Arbeiterbewegung. Als performatives, bewegliches Phänomen, hat der Erste Mai in seiner 120-jährigen Geschichte auch aufschlussreiche Kulturgüter hervorgebracht. Flugzettel, Maifestschriften, Abzeichen und Transparente zeugen von den politischen Forderungen sowie von der Entwicklung zur Massenbewegung.
Die Arbeitswelt hat gerade in den letzten Jahren einen massiven Wandel erfahren: Prekariat nennt man heute jene Menschen, die zwar viel arbeiten, aber mit dem niedrigen Einkommen kein Auskommen finden. Berücksichtigt wird in der Ausstellung auch die Prekariatsversion des Tags der Arbeit, der Euromayday, der als vernetzter Aktionstag Missstände sichtbar machen soll.
Das Volkskundemuseum im feudalen Wiener Palais Schönborn bleibt am 1. Mai 2010 übrigens geschlossen - warum, ist auf einem von der Belegschaft gemalten Transparent am Eingang zu lesen.
Gestaltung: Anna Soucek


Blut für die Kultur
Dort, wo früher Schweine der Nahrungsmittelindustrie zum Opfer gefallen sind, im alten Schlachthof der oberösterreichischen Kleinstadt Wels, gibt es seit einem Vierteljahrhundert ein selbstverwaltetes und politisch autonomes Kulturzentrum, das sich in erster Linie musikalischen Strömungen abseits der ausgetretenen Pfade des Mainstreams verschreibt.
Musik 1: State of Shock - The Ex And Tom Cora - Scrabbling At The Lock
Zum 25. Geburtstag des "Alten Schl8hof" Wels hat der Wiener Schriftsteller und Regisseur Lucas Cejpek in- und ausländische Autorinnen und Autoren, wie etwa Gerhard Rühm, Elfriede Czurda, Michèle Métail oder Yoko Tawada eingeladen, mit 25 Minidramen für frisches Blut zu sorgen. - Die in Auftrag gegebenen Stücke hatten vor allem eine Bedingung zu erfüllen. - Sie müssen blutrünstig sein, ohne das Wort Blut in den Dialogen zu verwenden.
Gestaltung: Nina Fuchs

Service

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Verein für Geschichte der Arbeiterbewegung
Verband Österreichischer Gewerkschaftlicher Bildung

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