Da capo: Tonspuren
"Erzählen und erzählen lassen". Eine Annäherung an den Schweizer Schriftsteller Klaus Merz. Von Peter Angerer
29. April 2010, 16:00
"Bücher sind eine stille Angelegenheit und eine nach innen gekehrte Sache", sagt Klaus Merz über sein Verhältnis zum Literaturbetrieb, der "die Eventitis" zur Geschäftsgrundlage erhoben hat.
Trotzdem ist es 1997 ziemlich laut um den Schweizer Autor geworden. Sein Kurzroman "Jakob schläft" wurde ein Bestseller, und Merz, Jahrgang 1945, wurde zum "Großmeister der kleinen Form" ernannt. Großverlage wollten sich des in Unterkulm lebenden Autors bemächtigen. Aber Merz ist dem Innsbrucker Haymon-Verlag treu geblieben, der dem eigenwilligen Autor auch in der Ausstattung der Bücher entgegenkommt.
Da dieser Erfolg den Blick auf das Gesamtwerk von Merz zu verstellen drohte, hat Markus Bundi das Buch "Die Schwerkraft im Gleichgewicht - Ein Essay zum Werk von Klaus Merz" geschrieben - auch, um seine Begeisterung über einen einzigartigen Autor zu vermitteln. Bei der Verleihung des Hermann-Hesse-Literaturpreises wurde "Jakob schläft" als Wunder gepriesen, das Merz 2009 mit "Der Argentinier" wiederholen konnte.
