Dimensionen - Die Welt der Wissenschaft
"Media Brain". Verändern neue Medien und Technologien unser Gehirn? Ein Bericht vom Ernst Mach Forum. Von Birgit Dalheimer
29. April 2010, 19:06
Kinder und Jugendliche verbringen täglich mehrere Stunden vor ihren Computern, das Handy bestimmt ihren kommunikativen Alltag. Hirnforscher haben herausgefunden, dass die Strukturierung des Gehirns stark davon abhängt, wofür ein Kind es benützt. So lässt sich der intensive Gebrauch einzelner Finger für das Abfassen von SMS-Nachrichten bei Jugendlichen bereits in der stärkeren funktionalen Ausprägung bestimmter Hirnareale sichtbar machen.
Menschen, die in das digitale Zeitalter hineingeboren wurden, wachsen als "Digital Natives" auf. Sie lernen und schreiben, kommunizieren und arbeiten anders als ältere Generationen, die sich als "Digital Immigrants" erst mit Begegnungen im virtuellen Raum und sozialen Netzwerken zurechtfinden müssen.
Der rasante medientechnologische Wandel hat aber Auswirkungen auf Wahrnehmung und Bewusstsein aller davon betroffenen Menschen. Für die Wissensgesellschaft des 21. Jahrhunderts verheißt die multimediale Vernetzung vielfältige Formen der Kommunikation und die Ausbildung neuer Fertigkeiten. Für den Einzelnen könnte diese Entwicklung aber auch Gefahren bergen, wenn sich Wirklichkeitsbezug und Beziehungsfähigkeit dadurch verändern.
Sind diese Auswirkungen nur vorübergehend? Und wie lässt sich die Kluft zwischen den "digitalen Medien-Generationen" überbrücken?
