Gedanken
"Der kleine Bruder des Todes" - Manfred Walzl über das Lebenselixier Schlaf. Gestaltung: Ursula Burkert
22. August 2010, 13:10
In Europa leiden bereits 38 Prozent der Bevölkerung an Schlafstörungen, in den USA sind es bereits 75 Prozent. Der Schlaf kommt aus unterschiedlichen Gründen in der heutigen Zeit viel zu kurz. Waren früher neun Stunden Schlafzeit die Regel, so sind es heute nur noch durchschnittlich 6,1 Stunden. Die Folgen sind fehlende Regenerationszeiten, Vitalitätsmangel und eine Vielzahl für die heutige Zeit typischer Gesundheitsprobleme.
Damit setzt sich der Arzt und Neurologe Manfred Walzl seit Jahren auseinander. Manfred Walzl leitet ein medizinisches Schlaflabor in Graz und ist einer der profiliertesten Schlafforscher und Schlaftherapeuten Europas. Für ihn sind Schlafstörungen eine typische Folge des modernen Lebenswandels in der Leistungsgesellschaft: "Ich nenne es das "Ikarus-Prinzip". Wir wollen immer schneller, weiter, höher hinaus und kommen immer mehr in die Nähe der Sonne, sprich der Überforderung. Die Flügel schmelzen, und wir stürzen ab. Eine der Folgen dieses Sturzes ist die Schlafstörung."
