Betrifft: Geschichte

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Das habsburgische Galizien und sein multikulturelles Erbe. Mit Börries Kuzmany, Klemens Kaps, Simon Hadler und Martin Weinberger vom Doktoratskolleg Galizien der Universität Wien. Gestaltung: Robert Weichinger

1772, nach der ersten Teilung Polens, wurden Galizien und Lodomerien Teil der Donaumonarchie. Zwischen Südpolen und der Westukraine gelegen, war Galizien ungefähr so groß wie das heutige Österreich. Um 1900 lebten etwa sechs Millionen Menschen in dieser Region. Die Hauptstadt Galiziens war Lemberg. Krakau, die andere große Stadt der Region, kam erst 1849 unter galizische Verwaltung.

Galizien war immer schon ethnisch-konfessionell stark durchmischt. Die Hauptbevölkerungsgruppen bildeten römisch-katholische Polen und griechisch-katholische Ukrainer, die damals Ruthenen genannt wurden. Dazu kamen jiddisch-sprachige Juden, deutsche Kolonialisten, Armenier und Roma. Galizien wurde lange Zeit als wichtiger Bestanteil des Habsburger Mythos verstanden und als eine funktionierende multikulturelle Einheit romantisiert. Dabei wurde außer Acht gelassen, dass dieses einstige Armenhaus Mitteleuropas nur über eine höchst eingeschränkte wirtschaftliche Entwicklung verfügte. Und diese schwache Wirtschaft bildete auch den Katalysator für nationale Konflikte und für die Auflösung der Monarchie nach dem Ersten Weltkrieg.

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