Salzburger Nachtstudio

Archiv des Wissens. Die weibliche Sicht der Seele.
Überlegungen zur feministischen Psychoanalyse. Gestaltung: Elisabeth Nöstlinger

Allen Unkenrufen zum Trotz haben sich Frauen von Männerfantasien befreit und die Gesellschaft verändert. Viele haben Rufer nach der neuen Weiblichkeit am Herd in die Wüste geschickt und manche Männer in die Krise gejagt. Im ersten Kampf um die Gleichberechtigung der Frau gegenüber dem Mann waren sich die Feministinnen meist einig. Nach etwa 100 Jahren Frauenbewegung herrscht nun in der theoretischen Auseinandersetzung um den Feminismus Zwietracht. Was beispielsweise für die einen Vehikel der Emanzipation war und ist, gibt es für andere gar nicht: die feministische Psychoanalyse. Das hat allerdings bereits Tradition.

Eine Feministin der ersten Stunde, die mittlerweile über 90-jährige Psychoanalytikerin Margarete Mitscherlich, meint, dass die offizielle Psychoanalyse nie viel mit dem Feminismus zu tun haben wollte und will. Feministinnen hingegen sehen in der Psychoanalyse eine frauenfeindliche Psychologie. Der Neurophysiologe Detlef Linke vertraute 1997 seinen Hirnstrommessungen und brachte neue anatomische Aspekte in die Diskussion ein. Haben die neuesten Erkenntnisse der Neurowissenschaften den Streit beendet?

Service

Wurmser, Leon, "Die Maske der Scham. Die Psychoanalyse von Schamaffekten und Schamkonflikten", Springer 1990 (2., erw. A. 1993)
Badinter, Elisabeth, "XY. Die Identität des Mannes. Seine Natur, seine Seele, seine Rolle." Piper 1993
Badinter, Elisabeth, "Der Konflikt. Die Frau und die Mutter", C. H. Beck Verlag 2010
Margarethe Mitscherich, Brigitte Burmeister, "Wir haben ein Berührungstabu", KleinVerlag 1991


Bücher von Margarethe Mitscherich:
Das Ende der Vorbilder; 1978
Die friedfertige Frau; 1985
Die Zukunft ist weiblich; 1987
Erinnerungsarbeit, 1987
Über die Mühsal der Emanzipation: 1990
Das Ende der Vorbilder. Vom Nutzen und Nachteil der Idealisierung., Überarb. Neuausg. (Oktober 1990)
Erinnerungsarbeit - Zur Psychoanalyse der Unfähigkeit zu trauern. Frankfurt am Main 1993
Autobiografie und Lebenswerk einer Psychoanalytikerin, Picus Verlag 2006
Eine unbeugsame Frau. Im Gespräch mit Kathrin Tsainis und Monika Held. Diana Verlag 2007
Die Radikalität des Alters. Einsichten einer Psychoanalytikerin. 5. Aufl., Fischer, Frankfurt am Main 2010

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