Europa-Journal
Kosovo: Das Pulverfass am Balkan. Gestaltung: Christian Wehrschütz Finnland: Atomstrom auf dem Vormarsch. Gestaltung: Agnes Bührig Europa: das Gerangel ums Geld. Gestaltung: Barbara Herbst * Europa: Ein "Parlamentarium" für Europas Bürger. Gestaltung: Cai Rienäcker.
Moderation: Brigitte Fuchs
14. Oktober 2011, 18:20
Kosovo: das Pulverfass am Balkan
Der kompakt von Serben besiedelte Norden des Kosovo bleibt weiter die Krisenregion Nummer eins am Balkan. Die serbische Mehrheit des Nordens blockiert nach wie vor die zwei Grenzübergänge nach Serbien, sie will nicht akzeptieren, dass an diesen Übergängen auch albanische Zöllner und Grenzpolizisten eingesetzt werden. Das lehnt auch Serbien ab, weil damit die albanisch dominierte Regierung in Pristina zum ersten Mal auch Hoheitsrechte im Norden mit Unterstützung von NATO und EU durchsetzen will. Blockiert sind im Norden auch die wenigen albanischen Dörfer und blockiert sind auch die technischen Verhandlungen zwischen Pristina und Belgrad, die zu einer Normalisierung der Beziehungen führen sollen. Christian Wehrschütz hat den Nordkosovo besucht .
Finnland: Atomstrom auf dem Vormarsch
Das Unglück in Fukushima ist knapp sieben Monate her, doch Finnland setzt weiter auf Atomstrom. In Pyhäjoki an der finnischen Nordwestküste soll der sechste Kernreaktor des Landes gebaut werden und ab 2020 sollen insgesamt sieben AKW die Finnen mit Energie versorgen. Die finnische Wirtschaft begrüßt die Ausbaupläne. Umweltverbände und Grüne kritisierten sie als Ausdruck einer verfehlten Energiepolitik. Aus Finnland berichtet Agnes Bührig.
Europa: das Gerangel ums Geld
Europas Bauern sollen umweltschonender produzieren, kleine Höfe sollen mehr gefördert werden als die Agrarindustrie. EU-Geld gibt es nur noch gegen Auflagen. Der Slogan "wer viel produziert, bekommt auch viel Geld aus Brüssel" ist also Geschichte. EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos will regionale, nachhaltige Landwirtschaft in Europa fördern und die Produktivität in Osteuropa steigern.
Ob die Budgetvorgaben und Ziele Europas Bevölkerung besser mit Nahrung versorgen können, erklärt diese Woche im "reality-check" Frank Hensel, der Chef der REWE International. Er hält die Brüsseler Strategie prinzipiell für gut. Über Gewinner und Verlierer der Agrarreform entscheiden künftig die geschicktesten Regierungen. (Barbara Herbst)
Europa: ein "Parlamentarium" für Europas Bürger
Das Europäische Parlament wird am 14. Oktober in Brüssel ein neues Besucherzentrum, das "Parlamentarium", eröffnen. Man rechnet mit einer Verdoppelung der Besucherzahlen von derzeit 220.000 auf bis zu 400.000 Besuchern jährlich. Das "Parlamentarium" wird eine mehrsprachige Multimedia-Ausstellung bieten und an sieben Tagen in der Woche geöffnet sein. Die Dauerausstellung wird die Besucher an die Arbeit des Europäischen Parlaments heranführen und die Geschichte der europäischen Integration und den Einfluss der Entscheidungen der Europäischen Union auf den Alltag der Bürger darstellen. Cai Rienäcker hat sich die Ausstellung bereits angesehen.
