Radiokolleg

Radiokolleg - Vom Wissen zum Tun

Warum wir nicht tun, was wir wissen (1). Gestaltung: Johannes Kaup

Ziel allen Konsums und aller Kultur ist Glück - im Sinne eines unmittelbaren Wohlgefühls in der Vielfalt seiner Ausprägungen. Doch dieses Glück ist bedroht. Durch den steigenden materiellen Konsum infolge des Wachstums von Sachgüterproduktion und Bevölkerung drohen die Erschöpfung natürlicher Ressourcen ("Peak everything") sowie irreversible Umwelt- und Klimaschäden.

In der westlichen Kultur nimmt die soziale Isolation zu: Angst, Depression, Burn-out, Suchtverhalten, Aggression und Gewalt entstehen durch einen Mangel an humanitärer Kultur der sozialen Bindungskraft und das Fehlen eines nachhaltigen Lebensstils. Wir können derzeit beobachten, wie die modernen Erfolgsstrukturen von Marktwirtschaft und Mediendemokratie, von Wirtschaftswachstum und Massenmobilität versagen. Denn Übersättigung, Ungleichheit und Stress, Vereinzelung und Konflikteskalationen zerstören die damit verbundenen Glücksversprechen wieder.

Wir sehen all diese Phänomene. Wir wissen immer mehr darüber. Es gibt in Wissenschaft und Gesellschaft auch Lösungen dafür. Doch wir setzen sie nicht um. Wir tun nicht, was wir wissen und glauben. In der Sozialforschung spricht man dabei vom "belief-behavior-gap", dem Graben zwischen Glauben und Verhalten andererseits. Dieses fundamentale Problem betrifft sowohl den Einzelnen auf der Mikro-Ebene als auch Gesellschaft, Politik und Wirtschaft auf der Makro-Ebene.

Das Radiokolleg geht den Fragen nach, worin die entscheidenden Entwicklungen und Wendepunkte bestehen, durch die man von Wissen und Intention zum Handeln und Umsetzen kommt? Wie entsteht aus Stagnation Transformation? Wie können Individuen und Gesellschaften zu einem zukunftsfähigen glücklichen Lebensstil finden, der die natürlichen Ressourcengrenzen ebenso beachtet wie den sozialen Ausgleich?

Service

Kora Kristof, Wege zum Wandel. Wie wir gesellschaftliche Veränderungen erfolgreicher gestalten können, Oekom verlag München 2011
Franz Josef Radermacher, Welt mit Zukunft - Überleben im 21.Jahrhundert, Murmann Verlag 2011
Stephan Schulmeister , Mitten in der großen Krise. Ein "new deal" für Europa, Picus verlag 2011
Anneliese Rohrer, Das Ende des Gehorsams. Ein leidenschaftliches Plädoyer zum zivilen Widerstand, Residenz verlag 2011
Eberhard Sandschneider, Der erfolgreiche Abstieg Europas. Heute Macht abgeben, um morgen zu gewinnen, Hanser Verlag 2011
Raimund Dietz, Geld und Schuld. Eine ökonomische Theorie der Gesellschaft, Metropolis Verlag 2011
Hanno Beck, Aloys Prinz, Abgebrannt. Unsere Zukunft nach dem Schulden-Kollaps, Hanser verlag 2011
Stephen Corry, tribal Peoples for tomorrows world, Freeman Press 2011

InterviewpartnerInnen:

Dennis Meadows: Der US-Amerikanische Ökonom ermittelte 1972 in seiner vom Club of Rome beauftragten Studie "Die Grenzen des Wachstums" das Systemverhalten der Erde als Wirtschaftsraum bis zum Jahr 2100.

Gro Harlem Brundtlandt: Die UNO-Weltkommission für Umwelt und Entwicklung unter dem Vorsitz der ehemaligen norwegischen Ministerpräsidentin Gro Harlem Brundtlandt hat die 3 Säulen der Nachhaltigkeit in ihrem Abschlussdokument "Unsere gemeinsame Zukunft" genannt.

Wolfgang Pekny: Biologe und Geschäftsführer der Plattform "Footprint" in Wien.

Ernst Gehmacher: Der Sozialwissenschaftler ist Wissenschaftlicher Leiter des Büros für die Organisation angewandter Sozialforschung in Wien.

Marina Fischer-Kowalski: Professorin für Soziale Ökologie an der Universität Klagenfurt.

Roland Verwiebe: Soziologe an der Universität Wien.

Stephan Schulmeister: Volkswirtschaftler am Wifo in Wien,

Franz Josef Radermacher: Der Informatiker ist Leiter des Forschungsinstituts für Anwendungsorientierte Wissensverarbeitung In Ulm, sowie Autor zahlreicher Bücher, wie jüngst: Welt mit Zukunft - Die ökosoziale Perspektive

Kai Schlegelmilch: Der Volkswirtschaftler ist Vizepräsident von Green Budget Europe des Forums Ökosoziale Marktwirtschaft Deutschland.

Dirk Baecker: Der Soziologe lehrt Kulturtheorie und -analyse an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen. Das Magazin Cicero kürte ihn zu einem der 25 wichtigsten Gesellschaftswissenschaftler in Deutschland.

Rita Trattnigg: Politologin, in ihrer Dissertation hat sie zum Thema Lebensqualität geforscht.

Ines Omann: Nachhaltigkeitsforscherin am "Sustainable Europe Reseach Institut Seri in Wien. Sie beschäftigt sich beim Thema Nachhaltigkeit unter anderem mit den menschlichen Bedürfnissen die global von allen Menschen angestrebt werden.

Tom Beck: Wiener Unternehmensberater und Gründer de

Wachstum im Wandel (Lebensministerium)
Dynamic facilitation und Wisdom Council
Mehr Demokratie (AT)
Mehr Demokratie (DE)

Sendereihe