Betrifft: Geschichte

Maghreb. Der Westen der arabischen Welt. Mit Stephan Procházka, Institut für Orientalistik, Universität Wien. Gestaltung: Gudrun Braunsperger

Der Westen der arabischen Welt umfasst die Staaten Marokko, Algerien und Tunesien, bisweilen wird auch Libyen und Mauretanien zum Maghreb gezählt. Die Region zeichnet sich durch geografische und vor allem kulturelle Gemeinsamkeiten aus.

Mit der Ausbreitung des Ackerbaus gelangten in den zuvor afrikanisch geprägten Maghreb auch orientalische Einflüsse. Im Altertum dominierte die phönizische Einflussnahme. Die Punier errichten in Karthago (etwa auf dem Gebiet des heutigen Tunis) eine mächtige Stadt und konkurrierten mit den Römern um die Vorherrschaft im Mittelmeer. Nach den drei Punischen Kriegen wurde der Maghreb Teil des Römischen Reichs. Mit der raschen Ausbreitung des Islam ab dem siebenten Jahrhundert geriet der Maghreb unter arabischen Eindruck. Erst durch die Kolonialisierung im 19. und 20. Jahrhundert ging der jahrhundertelange osmanische Einfluss wieder zurück. Im Zuge der Entkolonialisierung erhielten die einzelnen Länder des Maghreb schließlich ihre Unabhängigkeit.

Der Maghreb ist durch seine Geschichte eine multikulturell geprägte Region. Bedenkt man, dass Kulturen etwas Durchlässiges sind, mit der Eigenschaft, sich miteinander zu vermischen, dann bietet der Maghreb vielleicht so etwas wie ein Zukunftsmodell für ein globales Zusammenwachsen der Kulturen.

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