Hörbilder Spezial

"La Noche di Santa Cruz." Die Jesuiten brachten die Musik von Johann Sebastian Bach im 18. Jahrhundert nach Bolivien und bis heute musizieren Kinder nach den alten Partituren in Boliviens größter Stadt Santa Cruz.
Feature von Eberhard Petschinka

Der Ursprung der Geschichte reicht gut und gerne ein Vierteljahrtausend zurück. Als im 18. Jahrhundert Jesuiten nach Südamerika kamen, führten sie in ihrem Gepäck - neben Vater, Sohn und Heiligem Schwert - auch Geigen, Bratschen und jede Menge Noten mit sich. Sie ließen sich in Boliviens Bergland nieder, gründeten Dörfer, bauten Kirchen aus Holz und spielten darin Werke von Johann Sebastian Bach.

Die Indianer kamen in Scharen, staunten und blieben. Als die Spanier im Jahr 1823 aber Schluss machten mit dieser musikalischen Idylle und die Jesuiten aus Bolivien vertrieben, packten die Indios die Partituren in Kisten und Koffer und vergruben sie in den Kirchen.

Erst Ende der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts fand der Schweizer Architekt Hans Roth bei den Restaurierungsarbeiten der Kirchen Fragmente und Überreste dieser alten Partituren. Seither wird wieder musiziert in Boliviens Hochland. Indiokinder spielen Bach und Händel und alle zwei Jahres präsentieren Chöre und Orchester der Chiquitania ihr Können beim "Festival Internacional de Musica Antica Baroqua" in Boliviens größter Stadt Santa Cruz.

Eberhard Petschinka hat das Festival besucht und die ungewöhnliche Geschichte des "Amerikanischen Barock" recherchiert. Vorläufiges Ergebnis: Vor falschen Tönen braucht man sich nicht zu fürchten. Vorausgesetzt, sie werden entsprechend leidenschaftlich vorgetragen. (Koproduktion ORF-DLR Kultur)

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