Radiokolleg

Radiokolleg - "Magyar nóta"

Musik und Politik in Ungarn
(1). Gestaltung: Dorothee Frank

Gegen die Politik der Regierung Orbán entwickelt sich in Ungarn eine kreative Protestkultur. Musiker/innen stehen dabei in der ersten Reihe. In der Initiative "More Techno to the Parliament" leisten die bekanntesten ungarischen DJs politische Überzeugungsarbeit in Form von Musik-Events. Das Lied "Ich mag das System nicht" von der Sängerin Dorottya Karsay wurde auf YouTube bereits über eine Million Mal angeklickt. Am anderen Ende der politischen Skala wird Traditionelle Musik von der extremen Rechten vereinnahmt. Und zu den Festivals eines heidnischen "Ur-Magyarentums" - im Zeichen kaukasischer "Reinrassigkeit" - trommelt und singt man in Reiternomaden-Kostümierung. Dass das Ringen um die ungarische Identität auch nach Noten stattfindet, hat eine lange Tradition: von Liedern und symphonischen Werken zu Ehren anti-habsburgischer Revolutionäre wie Rákoczi und Kossuth bis zum Volksmusik-Revival der 1970er Jahre, das auch Ausdruck der Opposition gegen die Sowjetmacht war.

Service

Dorottya Karsays "Nem tetszik a rendszer" auf YouTube
"More Techno to the Parliament"
"More Techno to the Parliament"auf Facebook
Rapper- und Slammerduo Akkezdet Phiai
Das Lied "Hazám, hazám" mit der Band "Hanem" (Modifikation der berühmten Arie aus Ferenc Erkels Oper)
Hanem : "Frrrancba" (nach : Claire Waldoff, "Rrraus mit den Männern aus dem Reichstag")
Neukomponierter Popsong "Barackfa" im Auftrag der Regierung Orbán, zum "Tag des nationalen Zusammenhalts" am 4. Juni, offizielles Video
Sziget Festival
Sziget Festival(deutschsprachige Homepage)
"Ezt is elviszem magammal" von der Dichterin Virág Erdös, vertont von der Gruppe "Kistehén"
Die ungarische Folkband Csík Zenekar mit der Rocksängerin Kati Kovács - "Rock and Roller"

Deutschsprachige Medien, die kritisch über Ungarn berichten :
Pesterlloid
Pusztaranger

Sendereihe