Im Gespräch

"Bauhaus ist eine Art des Denkens". Renata Schmidtkunz spricht mit
Philipp Oswalt, Direktor und Vorstand der Stiftung Bauhaus in Dessau, Architekt

Das Bauhaus in Dessau war seit seinen Anfängen im Jahr 1919 ein Ort des Experimentierens, der Moderne und des Aufruhrs. Hierher kamen junge Menschen aus der ganzen Welt, um Architektur und Gestaltung zu lernen, Form und Funktion in Einklang zu bringen und das Leben von Menschen im Sinne der Moderne zu verbessern. Grund genug, um das 1925 vom Architekten Walter Gropius entworfene und gebaute Bauhaus 1933 auf Beschluss der NSDAP-Fraktion im Dessauer Gemeinderat zu schließen. Viele der Schülerinnen und Schüler des Bauhauses waren jüdischer Herkunft und standen politisch eher links. Jene, denen die Flucht nach Palästina gelang, trugen dort zum bis heute beeindruckenden Erscheinungsbild der Stadt Tel Aviv und vieler Kibbutzim bei.

Zwischen 1996 und 2006 wurde das Bauhaus in Dessau nach alten Plänen aus den 1920er Jahren restauriert und wieder instand gesetzt. Seit 2009 leitet der Berliner Architekt Philipp Oswalt die Stiftung Bauhaus in Dessau. Ihm ist es zu verdanken, dass viele der ehemaligen Bauhaus-Schülerinnen und -Schüler in den letzten Jahren erforscht und in Ausstellungen gewürdigt werden.

Renata Schmidtkunz spricht mit Philipp Oswalt über den Geist des heutigen Bauhauses, den Widerstand gegen Obrigkeiten und die Zukunft der architektonischen Moderne.

Service

Die aktuelle Ausstellung im Bauhaus Dessau mit dem Titel "raum maschine. Bühnenexperimente am Bauhaus" ist noch bis 21. April 2014 zu sehen. Der Ausstellungs-Katalog ist bei Spector Books in Leipzig erschienen.

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