Ambiente

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Reisen mit Ö1. Ambiente Spezial: "Die letzte Reise." Auf den Spuren von Franz Ferdinand auf seinem Weg von Wien nach Sarajevo. Eine historische Schicksalsfahrt, akustisch nachgezeichnet von Matthias Haydn.
Redaktion: Ursula Burkert

Am 28. Juni 1914 wurde der österreichische Thronfolger Franz Ferdinand bei einem Attentat in Sarajevo getötet. Die Schüsse aus der Pistole des 19-jährigen Gavrilo Princip - er war Mitglied einer serbischen Untergrundorganisation - gelten bis heute als Auslöser des ersten Weltkriegs. Der Tag war damit auch ein Schicksalstag für die weiteren Entwicklungen des 20. Jahrhunderts.

Die Umstände des Anschlags geben bis heute Anlass zu Spekulationen. Sie muten teilweise bizarr an, gingen dem Attentat doch eine Reihe Planungsfehler, Fehleinschätzungen und unglücklicher Zufälle voraus. Der Anlass des Besuches von Franz Ferdinand waren Truppenübungen in Bosnien-Herzegowina. Schon bei der Anreise gab es Probleme, die später als böses Omen bewertet wurden. Franz Ferdinand reiste getrennt von seiner Frau nach Bosnien. Während Sofie mit der Bahn direkt nach Sarajevo reiste, wählte Franz Ferdinand eine völlig andere Route. Mit der Bahn fuhr er von Wien über Laibach nach Triest. Von dort ging es im Schiff entlang der dalmatinischen Küste Richtung Süden bis zur Narenta-Mündung. Im Ort Metkovic bestieg der Thronfolger erneut einen Zug und reiste durch die prachtvolle Gebirgslandschaft Bosniens über Mostar nach Ilidza, einem Kurort, der heute am Stadtrand von Sarajevo liegt. Nach dem Abschluss der Manöver stattete er von dort aus gemeinsam mit Sofie der bosnischen Hauptstadt Sarajevo jenen verhängnisvollen Besuch ab, der ihn letztlich das Leben kosten sollte.

Ambiente begibt sich, 100 Jahre danach, auf die Spuren des Thronfolgers - soweit möglich auf der gleichen Route und mit den gleichen Verkehrsmitteln wie einst der kaiserliche Konvoi. Neben dem historischen Blick gilt die Aufmerksamkeit auch der gegenwärtigen Situation der Orte, Städte und Landschaften entlang der Route.

Service

"Franz Ferdinand. Die Biografie" von Alma Hannig. Amalthea 2013

"Franz Ferdinand. Der eigensinnige Thronfolger" von Jean-Paul Bled. Aus dem französischen von Susanna Grabmayr und Marie-Therese Pitner. Böhlau Verlag 2013

"Franz Ferdinand. Der verhinderte Herrscher" von Friedrich Weissensteiner. Kremayr & Scheriau/Orac 2007

"Die Eingeborenen machten keinen besonders günstigen Eindruck." von Franz Ferdinand von Österreich-Este. Herausgegeben von Frank Gerbert. Böhlau Verlag 2013

"Der große Krieg. Die Welt 1914-1918" von Herfried Münkler. Rowohlt 2013

"Verschwörung in Sarajevo. Triumph und Tod des Attentäters Gavrila Prinzip" von Gregor Mayer. Residenz Verlag 2014 (erscheint im Februar 2014)

"Wien 1914. Alltag am Rande des Abgrunds" von Edgar Haider. Böhlau Verlag 2013

"Juli 1914. Eine Bilanz" von Gerd Krumreich. Verlag Ferdinand Schöningh 2014

"Die Schlafwandler. Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog" von Christopher Clark. Deutsche Verlags Anstalt 2013

"Der Erste Weltkrieg und das Ende der Habsburger-Monarchie" von Manfred Rauchensteiner. Blau Verlag 2013

"Triest. Portrait einer Stadt" von Günther Schatzdorfer. Verlag Carinthia 2008

"Küstenland. Triestiner Ansichten" von Günther Schatzdorfer. Edition Atelier 1994

"Reisen auf Österreichs Spuren" von Gerhard Stadler. Edition Atelier 2004

LINKS:

Anno - Historische österreichische Zeitungen und Zeitschriften
Reichspost am 29.6. 1914

Die letzte Fahrt des Erzherzogs durch Städte und Orte der zerfallenden Donaumonarchie werden im Jahr 2014 ( also 100 Jahre danach) mehrere Ö1 Kulturreisen nachvollziehen - eine davon genau zum Jahrestag im Juni. Der Autor und Monarchieexperte Gerhard Stadler hat diese Reise konzipiert und begleitet die Gruppen auch per Bahn, Bus und Schiff von Wien über Ljubljana, Triest, Rijeka und Dubrovnik bis nach Sarajevo.

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