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Lukas Pusch: Kunstprojekt "Mozart in China"

Als Bekenntnis zur Unwissenheit und Versuch einer interkulturellen Annäherung auf dem Weg des Klischees entstand Lukas Puschs Kunstprojekt "Mozart in China". Im Rahmen einer Artist Residency war der österreichische Maler und Aktionskünstler, der bislang vor allem durch Interventionen im sibirischen Kulturraum auffiel, geladen, drei Monate in der ostchinesischen Hafenmetropole Shanghai zu verbringen. Konfrontiert mit einer Kultur, in der selbst das Zählen an fünf Fingern völlig anderen Regeln folgt als es der durchschnittliche Mitteleuropäer annehmen würde, versuchte er, sich selbst auf einen wiedererkennbaren "kulturellen Kern" zu reduzieren:

"Völkerverständigung auf der Ebene wechselseitiger Kitsch- und Klischeevorstellungen" - so lautete die Devise, nach der Lukas Pusch, im Selbstversuch als Mozart kostümiert, durch Shanghai zog. Die dabei entstandene Fotoserie "Mozart in China" zeigt ihn etwa auf einem Schutthaufen auf einer der unzähligen Shanghaier Baustellen stehend und auf einer Plastikgeige - so behauptet es jedenfalls der Bildtitel - das Violinkonzert Nr. 1 in B-Dur zum Besten gebend.

Mit Goldprägung in chinesischer Seidenkiste erscheint "Mozart in China" nun in einer Auflage von nur 15 Stück. Präsentiert wird die Fotoserie morgen Abend in der Buchhandlung Walther König. Einleitende Worte dazu spricht Richard Trappl, der Vorstand des Confuzius Instituts an der Universität Wien. Wie die Verehrung für den wahren Wolfgang Amadeus Mozart im Land der Mitte in den letzten drei Jahrzehnten geradezu explodiert ist, hat er als Zeitzeuge miterlebt.-
Gestaltung: Franziska Dorau

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